Dienstag, der 11.3.2025 La Paloma
Ein neuer Tag. Das Apartment oder die Cabana wie sie genau heißt, ist ein guter Platz. Das Frühstück heute Morgen war eher so mittel, weil die Kekse die ich mir gekauft habe, in Wirklichkeit Cracker waren. Nicht süß, nicht salzig. Einfach wie knusprige Pappe.
Nicht mein Geschmack zum Frühstück. Es ist recht kühl, gerade mal 21° Und windig. Also nicht wirklich kühl, aber anders als ich erwartet habe.
Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg zum Leuchtturm. Die Häuser, an denen ich vorbeikomme, gehören keinen armen Leuten und manchmal sieht man interessante Pflanzen im Vorgarten. Irgendwie ein schönes, verschlafenes ruhiges Nest.
Der Strand ist leer, bietet sich aber bei dem Wind auch nicht so sehr zum Sonnenbaden an. Aber egal, es gibt andere Probleme.
Das wichtigste zuerst: mein Kaffeevorrat neigt sich dem Ende zu und dieser Instant Kaffee ist hier unglaublich teuer. Aber da werde ich wohl in den sauren Apfel beißen müssen. Und dann gestaltet sich die Reise nach Brasilien schwieriger, als ich gedacht habe. Keine Ahnung, wie ich dahin komme, aber es ist ja noch Zeit. Ich hatte mir das einfacher vorgestellt, werde aber jetzt noch mal in den Reiseforen um Rat bitten.
Nach einer sehr angenehmen Pause am Strand bin ich dann noch mal in einem weiten Bogen durch die Stadt gelaufen und habe auch das entdeckt, was wahrscheinlich das Zentrum von La Paloma ist.
Mein Eindruck war richtig: kein Touristendorf wie Punta del Diabolo, sondern eine kleine Stadt. In diesem Zentrum war dann auch eine große Wiese, wo das Gerippe eines Wals ausgestellt war. Ich ging auf die Wiese, um mal zu checken, ob das echte Knochen waren, die da in der Sonne verbleichen oder irgendwas Künstliches. Es war tatsächlich echt. Aber dann entdeckte ich noch etwas: an meinen Beinen und an meinen Armen saßen nahezu unzählige kleine Insekten.
Schon vorher hatte ich den Eindruck, dass mich irgendwas am Arm erwischt hatte hatte so blind drauf geschlagen und ein kleines bisschen Blut am Finger gehabt. Offensichtlich hat er mich da etwas gebissen.
Diese kleinen Mistviecher bissen oder stachen auch alle, so dass ich begann, wie verrückt und wild um mich zu schlagen. Und ich sah zu, dass ich von dieser Wiese runter kam. Nicht schön!
Nach einer kurzen Pause in meinem Häuschen (man läuft doch relativ viel an solchen Tagen) bin ich dann noch mal los in Richtung des dritten Strandes.
Hier am Meer hat der Wind wieder etwas aufgefrischt und die ursprüngliche Aussage bleibt bestehen: kein Wetter für Sonnenbrand. Trotzdem ist ein kleiner Spaziergang hier am Wasser sehr schön. 20 m vor mir ist ein Vogel, den ich zuerst für ein dunkles Huhn gehalten habe aber dann, als ich näher kam, flog er auf und breitete seine Schwingen aus.
Nach wenigen Flügelschlägen stand er im Wind und schwebte bewegungslos in der Luft im Luftstrom hin und her. Die Spannweite mag mehr als 1 m gewesen sein, die Silhouette war typisch für einen Raubvogel. Ich habe versucht ihn zu fotografieren aber nicht erfolgreich. Schade!
Dieser Strand hier ist tatsächlich bewacht, auf kurzer Strecke sehe ich drei kleine Wachhäuschen mit den jeweiligen Rettern darin. Allerdings hängen auf rote Flaggen aus, wahrscheinlich wird schwimmen heute nicht so gerne gesehen.
Vereinzelt gibt es hier am Strand Gastronomie, d.h. kleine Bars mit Stühlen oder Liegen und werden hier Balenario genannt. Der eine oder andere kennt diesen Begriff auch aus Mallorca, wo es den berühmten Ballenario 6 gibt, zu Deutsch auch Ballermann 6.
Hier geht es allerdings gesittet dazu oder andersherum gesagt heute ist es hier ziemlich tot. ☠️
Und was noch? Eine kleine, schmucklose Kirche in einem ziemlich katholischen Land! Es ist die erste Kirche, die ich in diesem Land betrete und es scheint, als ob man auch ohne den ganzen Prunk klar kommt.
Und da war noch diese brandgefährliche Auseinandersetzung mit einer Monsterkrabbe. Fast hätte sie es geschafft, aber dann habe ich sie doch noch (leicht verletzt) überwältigt.
Bei dem Wetter kann man nicht viel machen, und an diesem Ort gibt es auch nicht viele Alternativen. Von daher scheint mir meine Strategie, einfach ein wenig spazieren zu gehen, genau die richtige.
Allerdings ist es mir selber schleierhaft, wie man hier in dem kleinen Nest knapp 15 km laufen kann. Aber die Daten lügen nicht…✊
Die Luft ist herrlich, da es hier in dieser ganzen Gegend überhaupt keine Industrie gibt und der Ort generell ein bisschen verschlafen ist. Das allgegenwärtige Meeresrauschen trägt auch durchaus zur guten Laune bei.
Insgesamt ein ruhiger, ereignisarmer Tag. Auch mal schön. Morgen geht es weiter!
Es ist hier so still.
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