Donnerstag, den 27.3.2025 Good by Paraguay
Es heißt, Abschied zu nehmen. Und das Land hat auch geweint. Morgens fing es heftig an zu regnen, ein würdiger Abschied! Ich machte mich sehr zeitig auf den Weg, weil ich wegen des Wetters und wegen der vielen Proteste die Verkehrslage nicht so recht einschätzen konnte. Ich hätte mit dem Bus fahren können, genug Guthaben hatte ich noch, aber ich habe mich trotzdem für Uner entschieden. Der kam auch sehr schnell und ich hatte einen sehr netten Fahrer.
Der Verkehr war so, wie ich es befürchtet hatte. Die ersten 6-7 km ging es nur im Schritttempo voran, aber ich war gut Mutes, weil ich für die Fahrt alleine 1 Stunde eingeplant hatte.
Der Fahrer fing an, Fragen zu stellen: wo reist du hin, was hast du hier in Paraguay gemacht, wie hat es dir gefallen, wann fährst du nach Hause, wo ist deine Familie und so weiter. Ich habe mich redlich bemüht, diese Fragen zu beantworten und mit etwas Hängen und Würgen ging das auch ganz ordentlich. Am Schluss hatten wir 1 Stunde 20 Minuten gebraucht bis zum Flughafen.
Ich wollte hier auch etwas Zeit haben, falls es doch noch Ärger geben würde wegen meines Passes. Und so habe ich ein wenig nervös vor der Grenzbeamtin gestanden. Die fragte, wo ich hin wolle, und als ich Bolivien sagte, nahm sie ihre Stempel und drückte ihn ohne viel zu schauen und meinen Pass .
Einerseits schön, weil ich keinen Ärger hatte, andererseits doof, weil ich mir die 50 $ hätte schenken können. Aber egal, Hauptsache es ist alles wieder okay. Das Bargeld, dass ich gestern eigentlich für den Caipirinha reserviert hatte, habe ich dann hier im Flughafen für einen großen Cappuccino eingesetzt. Ist auch gesünder! 🥲
Es ist das gleiche Gate, wo ich mir schon letztens auf dem Weg nach Ciudad del Este alles abgefroren habe. Unverständlich! Aber auch ein Training für die kommende, kalte Periode.
Bevor es in Bolivien weiter geht, vielleicht noch ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail zu der Fauna des Landes. Hier in Paraguay, im Rio Parana, in dem ich neulich geschwommen bin, gibt es Fische.
Das ist nicht weiter verwunderlich, weil das trifft auf viele Flüsse zu. Der Parana ist aber einer von den Flüssen, in denen auch Piranhas leben. Vermehrt kommen sie in langsam fließenden Gewässern (wie z.B. der Parana bei Encarnacion) vor. Das habe ich, genauso wie das Bild von dem Unterkiefer eines Fisches, aus Wikipedia. Das Baden im Parana war trotzdem angenehm.
Fazit: Paraguay ist nicht so einfach zu bereisen. Ich habe wenig von der Provinz gesehen, ganz zu schweigen von Begegnungen mit Indigenen. Die Fahrten in diese Gegenden sind nicht oder nur schwer mit Bussen zu realisieren. Ein privates Auto mit 4WD wäre besser. Und Unterkünfte sind da auch schwer, zu bekommen.
Trotzdem hat es mir sehr gut gefallen, vor allem die Menschen hier. Ich glaube, das Land hat eine Menge zu bieten und man sollte es besuchen. Und seinen Pass ordentlich stempeln lassen! 😩
Hiermit beende ich die Story aus Paraguay und beginne eine neue!
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