Donnerstag, der 13.3.2025 letzter Tag in Uruguay

Der Tag fing nicht ganz so toll an. Ich hatte mir mein kleines Frühstück gemacht und habe dann versucht, meinen Flug für morgen einzuchecken. Ich habe ziemlich lange vor der Webseite gesessen und das Ganze war recht kompliziert, weil es ein Flug war, den ich bei Latam gebucht hatte, der aber von ParaAir durchgeführt wurde. Nach bestimmt 20 Minuten auf der spanischsprachigen Webseite war mir dann irgendwie klar, dass für diesen Flug ein online-checkin nicht möglich war. 


Da der Start morgen aber schon recht früh ist, habe ich natürlich wenig Lust, da noch früher hinzufahren, um am Schalter einzuchecken. Aber was bleibt mir übrig?


Ich hatte mir gestern, bei dem wohl schlechtesten Nudelgericht meines Lebens, einen kleinen Plan zurechtgelegt, was ich heute wohl unternehmen wollte.








Als alter Freund des Wassers und der Schiffe ist mein erster Weg natürlich zum Marinemuseum. Der Bus bringt mich zuverlässig hin und als ich dann von der Bushaltestelle zum Meer runter gehe, sehe ich es auch schon. 

Auf einer Wiese, direkt neben einem Spielplatz, steht das Deckshaus eines Kriegsschiffes, Geschütze und andere maritime Gegenstände. Dann ist da auch dieses Museum. Ich bin 20 Minuten nach der Eröffnung da und natürlich ist es noch sehr leer. 








Ein sehr freundlicher Mann am Empfang erklärt kurz, wo ich was finde, und als er erwähnte, dass hier auch Informationen über die Graf Spee vorliegen, habe ich mich als Deutscher geoutet. Da freute er sich sichtlich und meinte das wäre dann ja wohl sehr interessant für mich und versprach, die Dokumentation auf Deutsch umzustellen.








 Ein Teil des Museums ist der Geschichte der Seefahrt in Uruguay gewidmet, aber direkt am Eingang gibt es eine kleine Nische, wo man sich kurze Videos zum Thema Graf Spee ansehen kann. Es sind Dokumentationen, aber auch Ausschnitte aus Spielfilmen über dieses Thema. 










Es gibt hier Modelle der drei Schiffe, mit denen Kolumbus über den Atlantik gefahren ist, Kanus von Indigenen und natürlich sehr viele Informationen und Bilder über Schlachten und Schlachtschiffe. Wer schon einmal alte Western gesehen hat, der erinnert sich vielleicht an diese heroische Musik, wenn die Kavallerie eingetroffen ist und die armen Siedler gegen die bösen Indianer verteidigt. 

Diese Art von Musik läuft hier die ganze Zeit im Hintergrund, ein Zeichen, dass die Leute hier auf ihre Marine sehr stolz sind.


In dem zweiten Teil des Museums wird schwerpunktmäßig das Thema Graf Spee dargestellt. 

Es gibt auch eine Tafel, auf der vermerkt ist, dass der Raum vor fünf Jahren mit Hilfe des deutschen Botschafters neu gestaltet wurde.

Es läuft eine Dokumentation aus dem ZDF, die der freundliche Museumswärter extra für mich angeworfen hat, damit ich das in deutscher Sprache sehen kann. Die Doku ist wirklich spannend und beschreibt angefangen von der Seeschlacht mit den Engländern, den Aufenthalt im Hafen und abschließend die Zerstörung der Spee und den Selbstmord des Kapitäns. Es gehört schon was dazu, mich tagsüber für 20 Minuten vor einem Fernseher stehen zu lassen. Beeindruckend!








Nicht weit von dem Museum habe ich Schiffsmasten entdeckt. Da schien ein Hafen zu sein, und wie magisch wurde ich angezogen. Leider Gottes war das Gelände sehr weiträumig abgesperrt und ich konnte die Schiffe nicht von nahe sehen. Schade. 


Aus der Entfernung konnte man aber schon erkennen, dass da teilweise auch ein paar ältere Yachten dabei waren, und nicht nur die, wie ich finde, sehr seelenlosen Riesentöpfe von heute. 


Direkt hier am Meer stehen viele Hochhäuser mit Blick auf das Wasser. Die meisten sind sehr hässlich, einfach nur Riesen Kästen. Auf der anderen Seite: Wenn man raus schaut, auf das Meer, sieht man das eigene Haus ja nicht. Ich würde es lieben!






Es gab aber zwischendurch auch ganz nette Architekturbeispiele.


Ich habe mir dann erst mal einen McDonald’s gesucht, um einen Kaffee zu trinken und kam zufällig an einem Renault Händler vorbei. Ich habe nämlich hier mehrfach einen Renault Quid gesehen, das ist das Auto, dass ich letztes Jahr in Afrika gemietet hatte. 

Der Quid wird nach meiner Information in Afrika und in Indien gebaut und ist auch nur für diesen Markt bestimmt. 


In meinen Augen ist das ein Auto, dass dem Renault Twingo sehr ebenbürtig ist. Ich habe ihn gerne gefahren. In Afrika kostet so ein Teil umgerechnet etwas über 4000 €, deshalb war ich gespannt, was der hier kostet. 

Ja, er ist hier teurer. Hier werden zumindest schon mal 13 1/2 tausend € aufgerufen.






Direkt neben dem McDonald’s war eine Shopping Mall, und neugierig wie ich war, habe ich mir die natürlich auch angesehen. Aber das war langweilig. Klar gibt es hier andere Läden, aber irgendwie sieht eine Shopping Mall auch aus wie die andere. Normale Leute laufen an normalen Geschäften vorbei. Das einzige was hier anders ist, ist natürlich die Sprache und etwas anderes, sehr unangenehmes: ganz oft werden Waren nicht ausgezeichnet, man sieht etwas (auch in Supermärkten), würde es gerne haben, aber vor allem in einem Land mit einer anderen Währung ist man auch schon am Preis interessiert.

Das ist aber kein Merkmal für Uruguay, sondern das ist in allen südamerikanischen Ländern und gleich. Sehr nervig.


Mein nächster Besuch galt dem Naturkundemuseum, und hier waren drei Dinge anders: die Leute fanden das ganz normal, dass ich kam, es kostete keinen Eintritt und die Dokumentation war unter anderem in Englisch. 

Ein offensichtlich recht neu gestaltetes Museum in einem alten Gebäude aber wirklich gut gemacht. 










Wir haben natürlich bei den Dinosauriern angefangen und einfach so stichwortartig ein paar Details darüber verraten. Da war auf der einen Seite das Megalodon, wobei der Name großer Zahn bedeutet. Ein einzelner Zahn dieses Tieres war ungefähr so groß wie die Hand eines Mannes. Ich will nicht auf die Details eingehen, aber es war schon sehr interessant. Sie haben schöne Details heraus gegriffen, sei es, die Riesenratte oder das Riesen-Capybara. (die „normalen“ Capybaras sind heute hier heimisch)


Auch zum Anfassen war was dabei. Da lag ein Unterkiefer eines Seelöwen und konnte fühlen (man durfte das auch), wie scharf und spitz die Zähne waren.




Dann stellte sie aber heraus, dass das Museum nur aus zwei Räumen bestand. Der ganze, hintere Teil, architektonisch mit Sicherheit wunderschön, war eine Ruine. So eine Art von lost place, wo man gerne mal hineingegangen wäre. Schade, aber trotzdem war es ein kleiner netter Besuch.






Hier in Montevideo gibt es ein sehr gutes Busnetz, und dank Google findet man auch eigentlich immer den richtigen Bus und die richtigen Abfahrtszeit. Jede Fahrt kostet 60 Peso, das  ist einerseits billig und andererseits gibt es keinen Tarif-Wirrwarr! 

Man kann sich so kreuz und quer durch die Stadt bewegen und findet auch immer wieder nach Hause. Für die Einheimischen muss Busfahren die Hölle sein. Hier sind nämlich Schilder, dass verboten ist, im Bus Mate zu trinken. Und das, wo gefühlt jeder Dritte mit einer Thermoskanne unterm Arm und dem typischen Mate - Gefäß in der Hand herumläuft.


In Asien und auch hier in Südamerika ist es durchaus üblich, dass Leute in den Bussen irgendwas verkaufen. Ich kenne das von den Überlandbussen auf jeden Fall, aber jetzt hier in der Stadt war das neu. In einen der Busse stieg ein Gitarrenspieler rein, der mit lauter Stimme und viel „Schrammel Schrammel“ ein Lied zum Besten gab. 

In einen anderen Bus stieg ein Mann ein, der unter anderem Bürsten und anderes Haushaltsgerät verkaufte. Ich finde es immer unglaublich, wie die Leute sich durch die völlig überbesetzten Busse durchquälen.




Eine Busfahrt später war ich dann am Park Rodo, nach dem Reiseführer der schönste Park hier in Montevideo. Heute ist das Wetter wieder mal sehr schön, ohne auch gleich wieder zu heiß zu sein. Es sind vielleicht 23 - 24°, da kann man alles machen, ohne gleich verschwitzt auszusehen.














Es ist ein Park, wie er sein soll: Leute liegen in der Sonne, junge Pärchen knutschen, ältere Männer spielen Schach und überall hört man das zwitschern von Vögeln und das kreischen von Papageien. Ich gehe einfach so ziellos durch den Park und sehe dann plötzlich auch wieder das Meer. Schön hier!












Das Museo Nacional de Artes Visuales war mein nächstes Ziel. Ich konnte da vom Park aus bequem zu Fuß hingehen und fand eine interessant kuratierte Ausstellung zeitgenössische Künstler. Das Museumsgebäude selber war sehr schlicht und eher nur eine Halle, aber die Ausstellung war sehr interessant. Es waren ein paar beeindruckende Stücke dabei und andere, die mich vielleicht nicht so ansprachen. Wie im richtigen Leben. Aber auf jeden Fall einen Besuch wert!












Und damit endet mehr oder weniger mein letzter Tag hier in Montevideo. Ich gehe gleich noch was essen und dann muss ich packen und morgen früh geht es sehr sehr früh los. Es war eine tolle Erfahrung und vor allem hat mich die Sicherheit hier sehr geflasht.

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Das ist ja alles Schön und Recht.....Aber das sollte uns nicht davon abhalten, daran zu denken, dass in Australien 48 Millionen Kängurus leben und Uruguay nur 3.457.380 Einwohner hat. Das bedeutet, dass wenn die Kängurus irgendwann entscheiden würden, Uruguay anzugreifen, dass jeder Uruguayer im Schnitt 14 Kängurus bekämpfen müsste. Und sollten die Kängurus siegen, heißt das Land dann Känguruguay. Nur mal so nebenbei... 🤷 (den MUSSTE ich jetzt bringen!)

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