Donnerstag, der 6.3.2025 Punta del Este

Shit Shit Shit! Der Tag hatte eigentlich ganz gut angefangen. Ich war früh wach, habe schön geduscht, gefrühstückt, mit Daggi telefoniert: alles wie immer. 

Dann bin ich gemütlich zum Bus gegangen und jetzt wurde es etwas schwierig. Fünf Busse sollten zum Terminal fahren, aber keiner kam. Es war eine große Bushaltestelle und es kamen viele Busse, aber nicht meiner. Oder habe ich ihn gesehen? Übersehen? Bei 33° ist alles möglich. 


Dann kam mein Bus, und mein Zeitpolster war schon etwas zusammen geschmolzen. Acht Stationen musste ich fahren, und nach meinem Studium der Betriebswirtschaftslehre sollte ich in der Lage sein, bis acht zu zählen. 

War ich aber nicht. Also raus aus dem Bus und zu Fuß in Richtung Terminal. 

33°. 

Ich lief eine Weile, sah aber dann, dass es nicht klappen würde. Also Handy raus und Uber rufen. Der sollte in 2 Minuten da sein, war er aber nicht. 

Puls: 120! Außentemperatur: 33°. 

Nach 4 Minuten war der Uber da und mit allen mir zur Verfügung stehenden Sprachkenntnissen machte ich dem Fahrer klar, dass in 5 Minuten mein Bus fährt. 


Tatsächlich schaffte der Fahrer es und kippte mich um Punkt 10:00 Uhr ab. Dauerlauf durch die riesige Halle auf der Suche nach dem Gate. Ein  freundlicher Mann zeigte mir dann auch die Richtung. Als ich zum Bahnsteig kam, stand der Bus tatsächlich noch da. Jetzt wurde alles etwas besser. Der Bus ist sehr neu äußerst komfortabel: bequeme Sitze, Auflagen für die Beine, Klimaanlage auf 24°. So lasse ich es mir gefallen.






Das Land macht der Beschreibung, das ist nicht sehr dicht besiedelt ist, alle Ehre. Die Straßen sind, sobald wir aus Montevideo raus sind, relativ leer und so bewegt sich der Bus zügig Richtung Osten. Wir kommen ganz selten an winzigen Ortschaften vorbei oder passieren einzelne Gehöfte. Ansonsten gibt es kleine Wälder, Wiesen, Buschwerk und Felder. Alles ist recht grün. Es wirkt freundlich, das liegt aber auch an dem blauen Himmel, an dem einzelne Wolken sind. 














Der Bus ist sehr ruhig, obwohl er voll besetzt ist. Alle dösen oder schlafen sogar. Man kann die Lehne recht weit nach hinten kippen so dass es fast eine liegande Position ist. Die Temperatur hier drinnen ist sehr angenehm, nur wenn ich mit dem Arm die Fensterscheibe berühre merke ich, dass es draußen anders ist.










Und einigermaßen pünktlich kommen wir in Punta del Este an. Schon von weitem kann man die Skyline der Hochhäuser an den Stränden sehen und es dauerte noch ein paar Minuten, bis wir von dem nördlichen Terminal (wo ich fast schon ausgestiegen wäre) am südlichen Terminal ankommen.

Erfreulicherweise ist es von hier aus nur ein 3 Minuten Marsch bis zu meinem Hotel. Aber einen schweißtreibender Marsch. Es ist unglaublich heiß und es geht kein Lüftchen. 


Ich bin hier in einem richtigen Hotel untergebracht, einem drei Sterne Tempel mit guten Bewertungen. Das Zimmer ist klein aber sauber und ordentlich, ich habe eine schöne Dusche und, noch wichtiger, eine sehr schöne Klimaanlage. Mehr brauche ich eigentlich nicht.














Wo bin ich hier gelandet? Die erste Assoziation ist die mit dem Goldstrand in Bulgarien. Wunderschönes Meer, wunderschöner Strand, viele Hochhäuser, viele Hotels. Hier kommt noch eine durchdachte Infrastruktur dazu, um den reichen Gästen das Geld abzunehmen. Und die Holländer und die EX-DDR - Bürger fehlen. 


Es gibt ganze Straßenzüge mit Boutiquen und Souvenirgeschäften und andere mit Restaurants. Von dem mitgebrachten Geld der Touristen darf nichts übrig bleiben. Unter den Autos sieht man auch viele mit Kennzeichen aus Argentinien.


Ich besorge mir kurz was zu trinken und etwas für das Frühstück morgen. Ich habe leider keinen Wasserkocher für Kaffee, also gibt es Orangensaft und ein paar Kekse.


Das bringt mich zum Essen hier in Uruguay.


Essen ist natürlich Geschmackssache und ein bisschen Glückssache. Glückssache deshalb, weil man schon auch das richtige Restaurant finden muss. 


Uruguay ist ein Fleischland. Wenn man hier in eine Metzgerei schaut, sieht man den Metzger mit riesigen Fleischstücken hantieren. In den Restaurants gibt es eigentlich immer einen riesigen Grill, auf dem riesige Fleischstücke vor sich hin brutzeln. Natürlich gibt es auch Fisch und ab und zu auch mal Nudeln, und in den einfachen Restaurants gibt es eher Junkfood. 


Das sind dann oft Hamburger oder panierte Schnitzel (die nach Pappe schmecken) oder Pizza. Pizza habe ich einmal probiert und es war furchtbar.


Abgesehen davon, dass alle diese Gerichte recht teuer sind, schmeckt das alles, bis auf das Grillfleisch, nicht wirklich. Und für so eine Portion mit gegrilltem Fleisch ist man ohne Beilagen (nur ein bisschen Dekoration mit einem Salatblatt) auch schon mal 25 € los. 1 l Flasche Bier kommt noch mal auf zehn Euro. Liter Flaschen sind hier sehr populär.


In der Wohnung in der ich in Montevideo gewohnt habe, hatten wir eine Küche die wir benutzen konnten. Meine Nachbarin aus Litauen hat das auch gemacht und hat sich einmal einen kleinen Salat bereitet, da hätte ich ihr fast einen Heiratsantrag gemacht, so lecker roch der. In meiner nächsten Behausung mit Küche werde ich mich auch selber versorgen. 


Hier und heute werde ich mal die Restaurants abklappern und gucken, ob ich irgendwo eine Kleinigkeit finde. Einfach um was im Magen zu haben und nicht für den Genuss.


Heute Nachmittag bin ich dann an den Strand gegangen. Die Sonne ist schon sehr unbarmherzig aber zum Glück kann man hier Schirme und auch Klappstühle mieten und ich habe mich direkt mal nach dem Preis erkundigt. 


Umgerechnet 20 € soll ein Schirm kosten und 7,50 € ein Stuhl. 


Aus Spaß habe ich mal auf Amazon nachgesehen, einen Schirm würde 8,99 € kosten und ein Stuhl (mit Armlehnen) 7,99 €, inklusive Lieferkosten und Lieferung morgen.

Krass!

Es gab zum Glück einen Strandabschnitt, der von einem der Hochhäuser beschattet wurde und da habe ich mich dann in den Sand gelegt und über Kopfhörer Musik gehört. Sehr angenehm! Ich habe da für mich gedöst (dafür bin ich an diese Küste gefahren) und einfach die Zeit genossen.








Abends bin ich noch spazieren gegangen und an einem Shop vorbeigekommen, der meine Aufmerksamkeit erregte. Zum einen war da der alte amerikanische Straßenkreuzer, der vor dem Laden stand und der über und über mit Geldstücken beklebt war. 

Auch eine originelle Dekorationsidee. 








In dem Laden selber gab es weitere interessante Ausstellungsstücke zu sehen, aber es gab auch eine Reihe von Geräten im Rahmen der virtuellen Realität. All diesen Geräten lag eine VR Brille bei und ich bin sicher, man hätte da interessante Dinge erleben können. An der Anmeldung war es allerdings ziemlich voll, deshalb habe ich drauf verzichtet.


Punta del Este ist mit seinen 10.000 Einwohnern eine der wichtigen Städte in diesem kleinen Land. Zum Vergleich: der Stadtteil Unterbilk in Düsseldorf, zu dem auch der Hafen (wo wir wohnen) gehört, hat 11.000 Einwohner. Es ist ein beliebter Badeort am Río de la Plata mit weiten Sandstränden. In der Saison fluten 600 - 700.000 Touristen (meist aus Argentinien) diesen Ort. 

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