Samstag, 8.3.2025 Punta del Diabolo
Letzte Nacht in Punta del Este. Das Hotel ist wirklich okay, und die Lage ist natürlich fantastisch. Neben den vielen Besuchern am Strand (ich habe hier auch schon Autokennzeichen aus Paraguay und Brasilien gesehen) gibt es hier natürlich ein ganz normales Leben. Da ich mir mein Frühstück selber mache und auch was zu trinken brauche, brauche ich natürlich einen Supermarkt in der Nähe.
So hatten wir den Lenker früher auch gerne montiert!
In Montevideo war das einfach, da war ein großer Ta-ta Supermarkt in 200 m Entfernung und auch hier ist es sehr komfortabel, nur dass der Supermarkt hier Eldorado heißt. Diese Ta-ta Supermärkte sind sehr modern, sauber, aufgeräumt und an den Kassen dauert es nie lange. Eldorado ist anders. Ich durfte mittlerweile drei verschiedene Märkte besuchen, aber sie sind sehr standardisiert.
Sie sind ein bisschen schmutzig, die Gänge sind vollgestellt mit Produkten, die dann in den Regalen fehlen und die Kassen sind eine Katastrophe. Egal um welche Uhrzeit stehen da immer 8-10 Leute an der einzigen Kasse, der Mitarbeitende dort hat alle Ruhe der Welt. Er sucht geduldig den Barcode, den er scannen muss, redet auch schon mal mit anderen Leuten im Laden. Selbst das Bezahlen mit Karte dauert relativ lange, das zahlen mit Bargeld ist unvorstellbar.
Da wo ich wohne, gibt es einen ähnlichen Markt eine großen deutschen Kette. Zur Ehrenrettung der Kette muss ich sagen, dass eigentlich alle anderen Märkte okay sind nur unser kleiner Markt glänzt mit ähnlichen Merkmalen auch wie Eldorado hier. Ich fühle mich also echt zuhause.
Heute Nacht hat es geregnet. Es ist bewölkt die Temperatur ist (zum Glück) merklich runtergegangen. Ich mache noch einen kleinen Spaziergang zum Hafen und sehe, dass sich die Stadt hier auf einen Iron Man Wettbewerb vorbereitet. Es wird das Ziel aufgebaut und man sieht auch Athleten beim Training. Die haben dann mit dem Wetter wirklich Glück gehabt. Ein Ironman besteht aus einer Schwimmdistanz von 3,86 km, einer Radfahretappe von 180,2 km und einem Marathonlauf die direkt hintereinander ausgetragen werden.. Also was für Genießer!
Die Landschaft, durch die wir hier fahren, ist eintönig. Wenn je mehr Tulpen wären, würde ich denken, es ist Holland. Wir kommen an eingezäunten Weiden vorbei, aber man sieht nicht viel. Viel ab und zu mal ein paar Kühe, ab und zu Pferde. Interessant, finde ich, Dass man oft Raubvögel sieht, die über die Felder fliegen, um da irgendwas leckeres zu suchen. Der Bus ist ziemlich voll, aber es ist eine ruhige Fahrt.
Die Straßen sind ausgezeichnet. Sie sind ziemlich geradeaus, nur wenn wir durch die wenigen Dörfer kommen, gibt es Abzweigungen oder gar Kurven. Der Verkehr hier ist minimal. Allerdings ist heute auch Sonnabend!
Punta del diabolo: irgendwas mit Teufel. Staubige, unbefestigte Straßen, kleine Häuser. Gemietet habe ich hier ein Ferienhaus, das auf Booking mit 9,5 bewertet worden ist. Ich bin gespannt. Das Haus (die Hütte) liegt in einem Garten und wird von 3 (drei) Hunden bewacht. Die beiden kleinen sehen verschlagen aus, aber der Schäferhund wirkt ernsthaft. (Jetzt verstehe ich auch den Eintrag „tierfreundlich“ in der Anzeige.)
Wahrscheinlich ein Fleischfresser….
2 kleine Kinder nehmen mich in Empfang und bieten mir kleine Früchte an. Sie sind so groß wie Kirschen (die Früchte), sind rot/grün wie winzige Äpfel, weich und haben kleine Kerne. Maximilian, der Hausherr, zeigt mir den Baum, von dem sie kommen. Darin sitzt eine (ich halte es für eine) fleischfressende Pflanze. Maximilian meint, sie sei sehr giftig.
Wo bin ich hier gelandet? Nachdem ich mich eingerichtet habe (brauchen Sie Bettzeug oder Handtücher???) wollte ich mal das Dorf erkunden. Das ging aber erst mal nicht so einfach, weil der Schäferhund es sich in meinem Zimmer bequem gemacht hat.
Meine lächerlichen Versuche ihn mit „kommen wir gehen jetzt“ oder „raus“, beeindruckten ihn keineswegs. Da ließ ich einfach die Tür offen und ging.
Vielleicht verteidigt er ja mein Hab und Gut. Über die staubigen Straßen ging es dann hinunter ins Dorf. Oder war ich schon im Dorf? Keine Ahnung alles ist sehr öde und sehr staubig. Zum Glück ist es nicht so warm. Nach circa anderthalb Kilometer werden die Häuser etwas dichter.
Es scheinen überwiegend Ferienwohnungen zu sein, denn fast überall ist ein zu verkaufen oder zu vermieten Schild dran. Dann komme ich zu einem kleinen Supermarkt. Es ist eher ein Tante-Emma-Laden mit Selbstbedienung. Ein Großteil der Artikel sind nicht ausgezeichnet und so ist es schwer für mich, das Angebot irgendwie zu begutachten.
Dann, 2 m weiter, erreiche ich das wirkliche Dorf. Es gibt Souvenirshops und Restaurants und ein paar Imbisswagen. Obwohl es noch nicht Bier Uhr ist, kaufe ich mir eine Dose und gehe runter zum Wasser. Da ist eine kleine Holzplatte, auf der einige junge Leute sitzen. Das scheint mir ein guter Platz zu sein, um ein Bier zu trinken.
Wo bin ich nur gelandet?
Weiter unten sind dann die richtigen Strände. Ein kleiner Strand, wo die Fischer ihre Boote aufs Land gezogen haben (das Bild kenne ich auch aus dem Internet) und ein paar Leute, die hier in der Sonne braten.
Hier sind auch einige Männer, die ich als Aussteiger bezeichnen würde.Typen mit leder-gegerbte Haut, die man auch aus Spanien oder Griechenland kennt.
Sie verkaufen selbstgemachten Schmuck oder andere Kunstwerke und genießen einfach die Sonne. Die ist auch auf jeden Fall da, aber bei schätzungsweise 24-25° und leichtem Wind. Das ist eine Temperatur, die ich mir gerne gefallen lasse.
About Autos. Es gibt hier viele Autos, die ich nicht kenne. Vor allem von Fiat und von Volkswagen. Es sind wohl Wagen, die speziell für diese Länder gefertigt werden. Sehr beliebt sind hier die Trucks, wie bei uns der Amarok oder diese großen Ford Panzer. Hier aber auf der Basis von kleineren Wagen, bei VW zum Beispiel auf der Basis von Golf. Das sind echt nette Karren.
Aber auch die Nostalgie findet hier ihren Platz. Ich habe mehrfach das mir aus alten Zeiten vertraute Geräusch eines VW Käfer gehört. Da geht mir immer das Herz auf. Mehrfach habe ich auch diesen Citroën Mehari gesehen, oft in bedauernswerten Zustand, manchmal aber auch ganz okay.
Früher hat man sich erzählt, dass der Mehari von der französischen Feuerwehr massenweise eingekauft worden sei, dann aber wieder ausgesteuert wurde, weil die Kunststoffkarosserie zu schnell und zu heftig brannte. Das würde auf die Feuerwehr kein gutes Licht geworfen haben. Die Autos sind heute auch alle 50 Jahre alt und standen damals ganz oben auf meiner Liste.
Und: wo Licht ist, ist auch Schatten. Ich gehe in aller Seelenruhe völlig allein über die staubigen Straßen (bis zum Meer sind es circa 1,5 km) ich habe hier überhaupt kein Gefühl der Unsicherheit, was etwas passieren könnte, das ist für Südamerika sicherlich was Besonderes.
Allerdings gibt es hier auch viele Hunde. Freilaufende Hunde. Ohne Halsband. Für mich als Kynophobiker ist das nicht schön. Die drei Hunde, die zu meinem Gehöft gehören, kenne ich jetzt und sie kennen mich. Trotzdem warte ich sicherheitshalber am Tor, bis mir jemand aufmacht, weil sie doch jedes Mal bellen, wenn ich komme. Da ist noch ein vierter Hund, der eingesperrt ist, und dem traue ich nicht für fünf Pfennig. Und das sind immerhin alles Hunde mit Halsband. Auf der Straße kommen wir öfters Hunde entgegen, die lösen bei mir keine Freude aus, lassen mich aber in Ruhe. Ich werde lernen müssen, damit umzugehen.
Morena, die große Schäferhündin, sucht offensichtlich meine Nähe (oder was essbares). Jedesmal, wenn ich auf meine kleine Terrasse gehe, kommt sie. Es gibt auch mindestens eine kleine Katze hier. Auch sie hat einen Joker auf Streicheleinheiten und/oder Nahrung gesetzt.
Also habe ich drinnen gegessen, und als ich danach noch mit einem Glas Wein rauskam, war ich nicht mehr soooo interessant.
Apropos Essen. 4 Tomaten, eine Zwiebel, Fertigdressing und eine Dose Thunfisch. Lecker! Ich hatte riesigen Appetit auf was frisches, und ich weiß auch schon, was es morgen gibt!
Ich fürchte, ich muss schon vorab ein schlimmes Urteil über Uruguay fällen: hier ist nix. Es gibt sicher viel Natur und viel, was man hier als Wanderer machen kann. Aber außer Montevideo hat das Land nicht viel zu bieten. In Montevideo werden massenweise Touren nach Colonia de Sacramento und nach Punta del Este angeboten. Zweiteres ist keine Reise wert, außer, man will baden.
In Punta del Este wiederum versucht man, Touristen nach Punta del Diabolo zu locken. Und hier habe ich die Ausflugsbusse tatsächlich gesehen. Die kommen echt mit 2 Stunden Fahrt hierher um die 5 Buden hier zu zeigen?
Fazit: hier ist (außer Montevideo) nix.
Der Reiseführer sieht das positiver:
Punta del Diablo ist ein kleines Fischerdorf an der Atlantikküste Uruguays, das für seine entspannte Atmosphäre und natürliche Schönheit bekannt ist.
Die Strände wie Playa de los Pescadores, Playa del Rivero und Playa Grande bieten tolle Gelegenheiten für Surfen, Schwimmen und Sonnenbaden. Besonders in dem Sommermonaten (Dezember bis März) zieht Punta del Diablo zahlreiche Besucher an, darunter Backpacker, Surfer und Naturliebhaber. Es gilt als perfekter Ort für alle, die Erholung in einer unberührten Umgebung suchen!
Damit war das für mich eigentlich ein guter Start für meine Reise quer über den Kontinent. Gleichzeitig die vorletzte Möglichkeit zum Baden im Atlantik. Das nächste Meer, das ich danach sehen werde, ist der Pazifische Ozean.
Ich weiß, welches Supermarkt du meinst.Ich mag VW Käfer.
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