Sonntag, der 9.3.2025 am Teufelskap
Es ist kalt. Während gestern tagsüber die Temperaturen noch sehr angenehm waren, wurde es gestern Abend aber auch merklich kühler. Heute ist es hier sehr stürmisch und wir haben 20°. Nicht schlimm, aber bemerkenswert. Als ich gestern hier ankam, habe ich mich nach einem Klimaanlage umgesehen , musste aber mit einem Ventilator vorlieb nehmen. Aber noch nicht mal der ist letzte Nacht zum Einsatz gekommen. Ich hatte mich nur mit einem Laken zugedeckt, aber auch das war grenzwertig. Trotzdem habe ich gut geschlafen und heute auch gemütlich gefrühstückt.
Ständiger Besucher auf meiner Terrasse: Morena
Das Wetter passt aber zur langfristigen Vorhersage. Demnach herrschen hier im März zwischen 16 und 26°.
Meine Behausung ist tatsächlich speziell. Und dabei auch ziemlich teuer. Sie hat den Charme einer Schrebergarten-Hütte, nur, dass die meines Schwagers deutlich hübscher und komfortabler ist. Aber egal, dafür bin ich nicht hier.
Trotzdem möchte ich gerne die Deckenlampe in meiner Suite als Leihgabe für z.B. das Guggenheim-Museum vorschlagen. Diese Mischung aus Funktion und Eleganz, gepaart mit der faszinierenden Kabelführung….ein Hammer!
Leider hatte ich einen eingerissenen Fußnagel, den ich heute aber erfolgreich operieren konnte. Es ist furchtbar, wenn man damit dauernd irgendwo hängen bleibt. Frisch gestärkt bin ich dann losgelaufen, um mir ein neues Ticket zu besorgen. Ich hatte gestern eines gekauft, aber das war für 17:00 Uhr, dafür aber durchgängig bis la Paloma. Heute war ich noch mal am Busbahnhof und habe gefragt, ob es irgendeine Verbindung mit umsteigen gäbe, die früher abfährt. Und ich war erfolgreich. Jetzt muss ich zwar in Rocha 2 Stunden warten, aber es geht am späten Vormittag schon los.
Evangelische Kirche in Punta del Diabolo 🤪
Von den vielen Möglichkeiten, die ich hier für Unternehmungen habe, habe ich nach langem Grübeln entschieden, noch mal zum Strand zu gehen. Der Weg dahin ist nicht spannend, zumal ich dieses Mal an der Straße entlang gehe, um nicht zu viel Staub zu schlucken.
Wie aus dem Nichts taucht vor mir eine große Düne auf, sowas habe ich hier auch noch nicht gesehen. Super feiner Sand und oben auf dem Kamm weht der Wind den Sand beständig weg. Es ist windig heute, aber nicht direkt stürmisch. Vielleicht fünf Windstärken?
Im Dorf ist es noch verhältnismäßig still und nur wenige Touristen laufen herum. Es sind aber im wesentlichen Südamerikaner, Europäer habe ich nicht entdecken können. Vom Strand aus schiebt sich eine lange Felsenzunge ins Meer. Genau das ist hier dieses Kap.
Wenn man die Wellen sieht, die hier jetzt bei gerade mal fünf Windstärken aufgeworfen werden, kann man gut nachvollziehen, dass jeder Kapitän gut daran getan hat, dieses Teufelskap weiträumig zu umfahren. Die Wellen brechen sich an den Felsen, und die Gisch fliegt teilweise über 3 m hoch.
Ich klettere ein Stück über diese Felsen, ganz ungefährlich, ist das aber nicht. Dann suche ich mir einen Platz und setz mich für ein paar Minuten in die spärliche Sonne und genieße einfach die Zeit.
Das sogenannte Dorf ist rein touristisch. Ich denke, dass hier unten, direkt am Strand, kaum noch jemand wohnt, sondern alles ist dem Tourismus (Restaurants, Souvenirshops Bars) geopfert wurde.
Ich checke mal die Preise und schwanke zwischen einer Portion Fritten für umgerechnet zwölf Euro oder einem Mojito für sieben Euro. Von der Tageszeit her (13:00 Uhr) würde ja die Schale Pommes die richtige Wahl sein, aus wirtschaftlichen Gründen (wahrscheinlich bei gleichem Nährwert) ist der Mojito vorne. Aber irgendwie konnte ich mich nicht entscheiden.
Cabrio!
Aber es gab eine Alternative. Ich bin noch ein bisschen an der Küste entlang spazieren gegangen und dann so anderthalb Stunden später bin ich wieder zu dem Platz gegangen, wo ich gestern schon gesessen und ein Bier getrunken habe.
Diese Tradition habe ich beibehalten, habe mich da gemütlich hingesetzt und einfach stumpf auf das Wasser geschaut. Es war wunderbar. Man sitzt da, kommt völlig zur Ruhe, vor einem donnert die Gischt und über einem der blaue Himmel. Herrlich!
Nach dem Bier hatte ich aber dann auch ein kleines Hüngerchen. Ich ging zu einer der Buden und kaufte mir zwei Empanadas. Vor der Bude standen zwei Tische mit Plastikstühlen, und natürlich würde ich gerne im Sitzen essen.
Baywatch David Hasselhoff ist mit uns alt geworden! 😎
Der eine Tisch war komplett besetzt an dem anderen waren zwei freie Stühle. Ich fragte da nach, aber die waren auch schon reserviert. Also fand ich mich damit ab, im stehen essen zu müssen, als eine Frau von dem ersten Tisch mit einem Plastikstühlchen ankam und mir den anbot. Das ist wohl dieser Altersbonus. 😁 Fand ich aber sehr aufmerksam!
Abends wurde es wieder kühler und ich freute mich erneut auf einen leckeren, frischen Salat!
Ich würde Mojito wählen
AntwortenLöschen