Mittwoch, 9.4.2025 Reise zur Wiege der Inka

Heute mache ich eine kleine Insel Tour. Es geht zur Sonneninsel, zur Mondinsel und zu einer schwimmenden Insel. Ich fahre zwar morgen sowieso zur Sonneninsel, aber sie ist relativ groß und heute bin ich im nördlichen Teil, morgen im südlichen. Ich bin etwas früher zum Treffpunkt gegangen und konnte so wenigstens noch eine halbe Tasse richtigen Kaffee trinken. Das Boot, mit dem wir fahren, ist ein einfaches Vollholzboot mit zwei 75 PS Yamaha Außenbordern. Die Tour würde den ganzen Tag lang dauern.










Wir fahren an der Küste entlang und der See ist relativ ruhig. Momentan gibt es nicht viel zu sehen, also habe ich Zeit, für eine kurze Rechnung. Wir sind mit 14 Passagieren an Bord, jeder hat 60 Bolivar gezahlt. Umgerechnet sind das 120 €. Wenn ich jetzt pauschal 50 € für Benzin und Wartung rechnen (das ist für ein Holzboot viel zu wenig) dann bleiben für die Männer als Lohn 70 € übrig. Es sind zwei Mann, also 35 pro Nase. Das wären dann über den schmutzigen Daumen 4,50 € Stundenlohn. Nicht viel!














Dann kommen wir an der Mondinsel, an der Isla de la Luna an. Hier auf der Insel leben ungefähr 200 Leute und sie betätigen sich im Fischfang, Schafzucht, Landwirtschaft und Tourismus. Es gibt hier eine Schule, in die die Kinder bis zum fünften Schuljahr gehen können. Strom wird hiermit Solarpanels gewonnen und Wasser liefert der See. 

Attraktion auf der Insel ist der Tempel Ajillsa Wasi, dessen Ruinen man sich noch ansehen kann. Nach den Tempeln, die ich in Peru gesehen habe, ist das nicht die höchste Baukunst, die die Inka gekonnt haben. Trotzdem ist es gut erhalten Und die Struktur ist gut zu erkennen. 


Mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und es ist schön warm. Der Legende nach hat der Gott Viracocha hier den Mond erschaffen und ihm befohlen, in den Himmel hoch zu steigen. 


Hier hatte ich dann auch einen kurzen Kontakt mit zwei Brasilianern, die offensichtlich neugierig waren. Sie reisen wohl auch viel in Südamerika herum, waren aber auch schon mal in Europa. Aber nur kurz: Amsterdam, Paris und London. Ich musste ein bisschen lächeln, aber wir sind auch nicht besser, wenn wir nach New York Las Vegas und San Francisco fahren und meinen damit vielleicht auch die USA gesehen zu haben.














Und weiter geht es an die Nordspitze der Sonneninsel.

Auf der Sonneninsel geht es natürlich wieder mal ziemlich steil den Berg hinauf und oben ist dann eine größere Inkastätte. Wenn man auf dem Kamm angekommen ist, sieht man auf der einen Seite Peru und auf der anderen Seite Bolivien. Die Sonneninsel hat fast das ganze Jahr über 25°und die Wassertemperatur beträgt circa 17°.












Auf der Insel leben die drei für den Glauben wichtigen Tiere, der Condor, der Puma und die Schlange.

Wir sind in einem heiligen Felsen, der dem See den Namen gegeben hat. Mit viel Fantasie kann man dem Gestein einen Kondor erkennen, einen Puma und eine Schlange. Der Puma wird in der lokalen Sprache Titi genannt. Und Kaka ist die Schlange. Unten an der Felswand liegen viele kleine und größere Steine, das sind Wunschsteine. Man kann einen Stein nehmen, den dort hin bringen dann muss man für zehn 15 Sekunden lang eine Verbindung mit dem Felsen herstellen, indem man seine Hand darauf hält. Das habe ich natürlich getan, aber einen Wunsch behalte ich für mich.

Die ganze Fels war, bevor die Spanier kamen, mit Gold und Silber verkleidet. 










Und es gibt hier einen heiligen Tisch, er ist umrundet von 13 Sitzsteinen, die die 13 Monate des hiesigen Kalenders repräsentieren. Der Monat hat 28 Tage. Das korrespondiert mit der Regel der Frau und dem Umlauf des Mondes.

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Ich hab mich schon die ganze Zeit gewundert, warum die Steine hier so „unegal“ waren. Aber der Führer erklärt uns, dass es nur noch ganz wenige dieser präzise Steine gibt, weil die Spanier sie damals alle weggenommen haben. Hinterher sind dann die Tempel von den Einwohnern hier wieder aufgebaut worden, aber eben nicht mit diesen exakten Steinen. 












Zur Erklärung: während die Maya die Steine sehr grob behauen und daraus dann ihre Tempel gebaut haben, haben die Inka die Steine fast wie Lego geschlagen, so dass man zwischen den Steinen kaum ein Blatt Papier hätte durchschieben können.


Es gibt ein heilige Quelle und da werden wir alle getauft oder was auch immer. Erst gießt man uns (ganz schön viel) eiskaltes Wasser über den Kopf, dann kriegen wir zwei Hände voll mit Wasser und müssen damit unseren Körper benetzen. Und zum Schluss trinken wir auch noch etwas davon. Jetzt kann nichts mehr passieren .








Die Anlage ist wirklich gut erhalten oder eben wieder gut aufgebaut worden, so dass man sich das schon gut vorstellen kann, wie die Menschen damals hier gelebt haben.


Als letztes nach der Mond- und der Sonneninsel stand noch die schwimmende Insel auf dem Programm. Als ich in Peru war, bin ich das nach Uros gefahren, das ist eine große, aus Schilf gebaute schwimmende Insel auf der 70-80 Leute wohnen. 

Das hier ist da was anderes. 








Es ist eine Plattform, die auf Kanistern schwimmt und wo man ein bisschen Stroh drauf geworfen hat. Sinn und Zweck dieser Veranstaltung ist der Besuch eines Restaurants, wo man frischen Fisch bekommen kann. Die Köchin holt die Fische mit einem Kescher aus einem Netz und in der Küche konnte man gut sehen, wie sie den kleinen Fischchen das Genick brach. Sehr professionell, und sehr schnell. Und von da aus ging es dann auch direkt in die Pfanne. 


Ich hatte aber keine Lust und hab die Zeit einfach nur für eine Pause genutzt. Als ich dann gesehen habe, wie die Leute laufend die Gräten ausgespuckt haben, dachte ich, gute Wahl. Der Fisch hat total lecker aus, aber Süßwasserfische haben nun mal auch Unmengen von Geräten. Nichts für mich.






Zu unserer bunt gewürfelten Besatzung gehört auch ein älteres Pärchen aus Südamerika. Die beiden werden auch so stramm auf die 60 zu gehen und sind aber total süß miteinander. Sie machen dauernd Selfies und zweimal habe ich auch schon ein ein Bild von Ihnen gemacht. Als wir dann in diesem Fischrestaurant waren holte er ein kleines Stativ raus und spannte sein Handy darauf ein. Dazu gab es auch noch eine Fernbedienung, mit der er das Bild auslösen konnte. Das ganze schien aber sehr kompliziert zu sein und er brauchte ewig lange, bis er alles ausgerichtet hatte und bis es auch funktionierte. Ich wollte schon hingehen und sagen: kommt, kein Stress ich mach ein Bild von euch, aber ich hatte das Gefühl, Vater hatte das ganze Equipment neu und wollte auch ein bisschen spielen. Also habe ich ihm seinen Spaß gelassen, aber seine Frau sah nicht so ganz glücklich aus.




Nach der Pause fahren wir weiter. Der Captain hält auf eine Felswand zu, auf der zwei Leute stehen. Wir nehmen tatsächlich noch zwei Leute auf, einen älteren Herren und eine junge Frau mit einem Tragetuch, in dem was weiß ich ist.




Ich würde gerne wissen, wie sie dahin geklettert sind, denn eine Treppe ist nicht zu sehen. Wenig später stellt sich heraus, dass es offensichtlich Familie ist. Der Großvater und die Frau von unserem Kapitän. Und das irgendwas in dem Tragetuch war ein zwei bis dreijähriges Kind. Wir fahren dann weiter über den See die Sonne scheint herrlich. Es ist richtig bullig warm, und im Hintergrund sind die schneebedeckten Berge. Ein tolles Panorama.






Und dann nähern wir uns dem Hafen und die Tour ist vorbei. Es war interessant und kurzweilig und dieser See beeindruckt doch immer wieder.


Um noch etwas: meine Wäsche ist wieder da. Und sie riecht jetzt nicht mehr nach dem Duschzeug, mit dem ich sie sonst immer gewaschen habe. Völlig neues Erlebnis!




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