Freitag, 2.5.2025 Otavalo
Der Tag sieht ganz freundlich aus, im Gegensatz zu dem Wetterbericht. Der prognostiziert für heute relativ viel Regen. Busfahren ist ja ganz lustig, aber mit Gepäck ist es nicht so schön. Und als ich sehe, dass der Uber nur 7,50 € kostet, schwenke ich schnell auf die komfortable Variante um. Aber ich bin dann doch erstaunt, wie weit man hier für 7,50 € kommt. Wir sind fast eine halbe Stunde unterwegs und der Verkehr geht eigentlich.
Am Terminal ist wie zu erwarten viel los, aber ich habe noch genug Zeit, eine Tasse Kaffee zu trinken.
Am Busbahnhof
Leider ist hier alles etwas unübersichtlich, weil auf meinem Ticket Bahnsteig 14 stand, es gab aber nur zehn Bahnsteige. Ich fragte jemanden, der meinte Bahnsteig fünf wäre der richtige. Da stand aber kein Bus auf dem irgendwas mit Otavalo drauf stand. Schwierig!
Als ein anderer Mann sagte, ich solle da ruhig warten, versuchte ich das ungern, weil es war schon zehn vor zehn, und um 10:00 Uhr wollten wir fahren. Ich habe ihr oft genug erlebt, dass die Busse vor ihrer Zeit gefahren sind. Aber dann kam der Bus und es war auch die richtige Gesellschaft.
Leider passte mein Rucksack nicht in das obere Gepäckfach, so dass ich nun die ganze Zeit mit dem Rucksack zwischen den Beinen etwas beengt fahren musste.
Und dann geschah etwas, was ich auf meinem ganzen Reisen in der ganzen Welt noch nie erlebt habe: wir mussten uns alle anschnallen! Und wie im Flugzeug ging ein junger Mann durch den Bus und checkte, ob wir das alle auch ordentlich getan haben.
Respekt!
Wir fahren durch eine ziemlich dramatische Landschaft mit Bergen und Tälern und mit Serpentinen, auf denen wir uns, leider mit vielen anderen Autos, mühsam Berg hochquälen. Zwischendurch sind ein paar Leute ausgestiegen und so konnte ich mich umsetzen habe es jetzt etwas bequemer.
Circa anderthalb Kilometer von meiner Herberge entfernt, hielt der Bus auf der Pan Americana an. Er ließ mich quasi in freier Wildbahn raus und ich durfte jetzt auch noch auf die andere Straßenseite des Highways rennen. Mit Rucksack! Super!
Dann ging es aber durch kleine Straßen hin zu meiner recht schönen Unterkunft. Jetzt hatte ich erst mal etwas Stress, weil ich nicht wusste, wie ich es wieder zurückkommen soll nach Quito, aber das klärte sich in der Herberge sehr schnell: es gibt hier ein Busterminal und da fahren auch regelmäßig Busse nach Quito zurück. Warum mein Bus nicht zu diesem Terminal gefahren ist, kann ich nicht beantworten.
Otavalo ist ein recht lebendiges Städtchen und vielleicht auch, weil es nicht so groß ist, gefällt es mir sehr gut. Ich bin hier im Zentrum und kümmere mich erst mal um die Orientierung und nach einem kurzen Besuch am Busterminal gehe ich zum Markt.
Der ist natürlich sehr touristisch und es wird auch viel Souvenirkram verkauft, aber zumindest für meine Augen gibt es auch ein paar sehr schöne Stücke. Aber meine Facebook-Freundin hatte mich auch schon davor gewarnt, dass hier auch einige Fake-Ware verkauft wird, aber dieser Ort ist generell der Ort, wo die meisten schönen Stücke hergestellt (Handarbeit) und von hier aus im ganzen Land angeboten werden.
Prinzipiell kann ich mir aber nicht vorstellen, zu Hause in einem Poncho rumzulaufen und mein knappes Gepäck lässt sowieso nicht mal eine Briefmarke mehr zu.
Keine Ahnung, was das Gebiss hier soll!
Es ist eine sehr gepflegte Stadt, und da passt auch die Aussage von dem Hotelier zu, der sagt, dass es hier sehr sicher ist, man kann hier überall rumlaufen. Das spürt man auch.
Ich spaziere durch die Straßen und gehe natürlich zu der großen Plaza und hier gibt es offensichtlich Leute, die sich mit dem in-Form-schneiden von Büschen sehr gut auskennen.
Man sieht es immer wieder, dass die Pflanzen sehr liebevoll geschnitten worden sind.
Die hiesige Iglesia El Jordan ist wieder mal eine sehr helle, freundliche Kirche, die nicht so überladen ist mit Gold und anderen Verzierungen. Es sind schlichte weiße Säulen und eine einfach gehaltene, rote Decke. Die Wände sind in einem beige gestrichen und oben sind klare Fenster. So kommt viel Licht in die Kirche und lässt sie wirklich angenehm erscheinen.
Und dann kommen meine finanziellen Probleme. Ich bin etwas knapp mit Bargeld und könnte vielleicht noch 20 oder 30 $ gebrauchen. Aber wie der Teufel das heute will, funktioniert hier keine meiner drei Kreditkarten.
Ich habe es an mehreren Automaten versucht. Mittlerweile kommt eine Meldung, dass das Maximum der Karten ausgeschöpft ist. Wollen wir mal hoffen, dass da nichts schief geht!
Allerdings habe ich mein Abendessen (sehr lecker) mir meiner Santander - Karte bezahlt und das hat, wie immer, gut funktioniert. Rätselhaft…..
Und apropos Abendessen. Hier gibt es ganz in der Nähe mehrere Restaurants mit leckerem Essen…..geht doch!
Anders, als der Wetterbericht das prognostiziert hatte, war heute den ganzen Tag schönes Wetter. Es war auch relativ warm und es waren kaum Wolken am Himmel. Am Abend zog sich etwas zu und ich habe zumindest Autos gesehen, die offensichtlich durch den Regen gefahren sind.
Hier gibt es eine recht lebendige Kneipen/Restaurant-Szene und der Hotelier hat mir auf einem kleinen fotokopierten Stadtplan eingezeichnet, wo ich heute Abend hingehen soll.
Otavalo ist ähnlich sympathisch wie Banos. Klein, übersichtlich, lebendig und bunt.
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Otavalo liegt mit seinen 50.000 Einwohnern auf ca. 2.500m Höhe. Die Stadt ist umringt von Vulkanen (Imbabura mit 4600m, der Cotacachi und der Mojanda. Der Cotacachi kommt in einem Volksmärchen vor:
Mama Cotacachi war ein schönes Mädchen mit großem Landbesitz. Vater Imbabura, erschöpft von der Jagd nach den Frauen Cayambe und Tungurahua (beides Vulkane in der Nähe von Quito), entschloss sich, mit Cotacachi zusammenzuleben. Aus dieser Verbindung ging ein kleinerer Vulkan hervor, der Yana Urcu.
Als der Imbabura krank wurde, verhüllte er seinen Kopf mit einem weißen Tuch, weshalb er nur im Winter Schnee trägt, während es bei Cotacachi ganzjährig der Fall ist. Eine andere Überlieferung besagt, dass Cotacachi morgens früh verschneit ist, wenn sie in der Nacht Besuch von ihrem Liebhaber Imbabura hatte. Im Kontext dieses Volksglaubens sieht vor allem die ältere lokale Bevölkerung im Verlust des Gletschers eine Bestrafung von Mama Cotacachi, während die jüngere darin eine Folge der Klimaerwärmung erkennt. Insgesamt wurde dieses Ereignis von der Bevölkerung mit Bestürzung aufgenommen, zumal es sich auf die Wasserversorgung im Umkreis auswirkt. Vor allem die älteren Quechua versuchten mit religiösen Zeremonien Mama Cotacachi zu besänftigen. (Aus Wikipedia)
Otavalo ist für seinen Markt bekannt, den „Plaza de los Ponchos“. Dort bieten indigene Handwerker Textilien, Schmuck, Kunsthandwerk und mehr an. Die Otavaleños, ein stolzes indigenes Volk, sind für ihre traditionelle Kleidung und ihre außergewöhnlichen Webkünste bekannt. Die Region ist auch ein Zentrum der Andenmusik. Otavaleño-Musiker reisen oft international, um ihre Melodien zu teilen. Das Inti Raymi (Sonnenfest) wird hier mit farbenfrohen Tänzen, Musik und Ritualen gefeiert, was die kulturelle Lebendigkeit der Region zeigt.
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