Sonntag, 4.5.2025 Langer Tag, gestern!
Ich habe noch lange in dem Foodcourt mit den bequemen Sitzen gesessen. Dann, so um kurz vor zehn bin ich durch die Security und durch die Migration gegangen. Das ging relativ flott.
Am Gate selber waren wieder diese unbequemen Sitze und außerdem keine Ladebuchsen. Ich bin dann ein paar Schritte weiter gelaufen und fand einen Bereich, der zu American Express gehörte und der offensichtlich auch deren Mitgliedern vorbehalten war. Aber da war kein Mensch, lediglich auf einem der Sofas lag ein Reisender und schlief.
Das war außerordentlich bequeme Sitze mit reichlich USB Dosen. Hier konnte ich meine Gerätschaften wieder frisch machen für die lange Nacht.
Zur Feier dachte ich, könnte ich auch noch ein Bier trinken. Ich wurde auch an einem kleinen Shop schnell fündig und ging mit der Flasche zur Kasse. Ich zückte meine Kreditkarte, aber der Kassierer meinte: nur Cash!
Da dachte ich okay, dann eben nicht. Ich hatte zwar noch zehn Dollar, aber die wollte ich nicht anbrechen damit man sie unter Umständen auch umtauschen kann. Trumps Geld will ich vielleicht nicht haben.
Das sagte ein Typ hinter mir: I‘ll buy that beer for that guy! Ich sagte nein und er sagte ja. Also warum streiten? Es ist schon interessant was einem unterwegs passieren kann!
Und dann rückte der Zeitpunkt der Wahrheit näher. Auf dem Flug darf ich nur ein kleines Handtäschchen bis max. 6 kg mitnehmen, normales Handgepäck hätte 49€ gekostet. Wird es klappen?
Ich stellte mich an und schaute unbeteiligt. Ich hatte online eingecheckt und eine digitale Bordkarte bekommen. Die hatte mich auch durch die Security und die Migration gebracht, aber hier war Schluss. Wo meine Bordkarte wäre? Hier! Nein! Jetzt wollten sie mein Ticket sehen. Und dann sollte ich auf dem Handy ein komplettes Formular ausfüllen. Ein deutsches Formular mit spanischen Inhalten. Ein (wirklich) schlecht programmiertes Formular.
Ich versuchte es.
Die anderen Passagiere stiegen ein.
Welchen Beruf habe ich? In der (spanischen Auswahlliste war nichts passendes dabei.
Welche Adresse in Deutschland habe ich?
Adresse zu lang!
Die anderen Passagiere stiegen ein.
Wo wohne ich in Punta Cana?
Straße nicht in Auswahlliste.
Die anderen Passagiere stiegen ein.
Welche Provinz ist das?
Woher soll ich das wissen!
Die anderen Passagiere sind eingestiegen!
Der eine Angestellte nahm nun sein Handy und füllte für mich die Daten ein.
Er konnte es auch nicht.
Am Schluss waren 3 Leute damit beschäftigt, das Formular irgendwie auszufüllen. Ich sah die Fehlermeldungen, aber wenn denen das egal ist…
Dann waren sie fertig.
Ich fotografierte das Ergebnis auf dem fremden Handy und mein Rucksack war kein Thema mehr.
Im Flugzeug sahen mich alle erstaunt an. Aber es waren nicht so viele. Das Flugzeug war halb leer.
Auf meinem (leider) Fensterplatz saß ein Kind, dafür war der Gangplatz frei. Hurraaa!
Aber noch besser: die ganze Reihe davor war ebenfalls frei. 3 Sitze für mich! Das wird ein entspannter Flug!
Entspannt war der Flug, aber selbst bei dem großzügigen Platzangebot konnte ich nicht schlafen. Ich war hellwach, hatte aber genügend Platz. Ich spielte ein wenig auf dem iPad, träumte so still vor mich hin, las etwas Reiseführer und so ging die Zeit vorbei.
Hinterher habe ich dann herausbekommen dass dieses Formular ein Einreiseformular für die Dominikanische Republik war. Das füllt man normalerweise aus, wenn man persönlich am Flughafen eingecheckt. Ich hatte online eingecheckt und keinerlei Hinweise auf dieses Formular erhalten. Da kann die Fluggesellschaft auch noch ein wenig nachbessern.
Die Immigration am Flughafen ging schnell und ich war auch schnell durch den Zoll und hatte mich auch schnell mit dem WLAN vom Flughafen verbunden. Ein Uber sollte zwölf Euro kosten. Für die weite Strecke ist das auch sehr billig. Und dann begann das Uber Desasterr.
Das beginnt eigentlich fast immer, wenn ich keine Simkarte habe, so wie jetzt. Einerseits lohnt sich eine Kasse für die fünf Tage nicht, andererseits mache ich hier auch nicht so aufwändige Sachen, dass ich unbedingt mobiles Internet brauche.
Ich bestellte den Uber über das WLAN an den Ausgang des Flughafens. Daraufhin bestätigte mir Uber einen. Abholort In einer Entfernung, für die ich 6 Minuten zu Fuß brauche. Und er gab mir die Information, dass das Auto in 3 Minuten da sei.
So etwas ist zum Scheitern verurteilt. Ich versuchte es trotzdem und fing an, in die Dunkelheit zu laufen, immer den Anweisungen der Uber App nach. Ich kam dann an einer Schranke vorbei, und als ich 20 m weiter war, rief der Werter hinter mir her. Ich ging zu ihm zurück und erklär ihm kurz, dass ich den Uber suche. Daraufhin zeigt er nach links und sagte Schule dann zeigt er geradeaus: Krankenhaus und nach rechts: Parkplatz und dann machte er eine Geste, dass dahinter alles geschlossen sei.
Irgendwie hatte mich die Uber App in die Irre geführt. Jetzt begann das Spiel, dass einer, entweder der Taxifahrer oder ich die Fahrt canceln muss. Wenn ich sie canceln, muss ich sie bezahlen.
Shit!
Ich ging zum Flughafen und dort in das WLAN zurück. Ich machte noch einen Versuch und schickte eine Message an den Taxifahrer. Er solle mich verdammt noch mal doch am Eingang Abholen. Daraufhin textete er zurück, wie er mich denn erkennen soll. Noch während ich schrieb, sah ich einen jungen Mann dort stehen, wo ich eigentlich auch das Taxi erwartet hätte, und winkt ihm. Er winkte zurück, und ich hatte Nelson gefunden.
Er brachte mich auch zügig, die 16 km zu meinem Hotel in Punta Cana, und setzte mich dort ab. In dem Augenblick, wo ich ankam, ging ein Pärchen in das Hotel. Ich bin natürlich einfach hinterher und dachte, das wäre der Rezeptionist. Nein, das war ein Gast .
Ich fragte ihn, wo denn hier die Rezeption sei, und er sagte: zu früh, um diese Uhrzeit ist noch keiner da. So saß ich also um 5:45 Uhr allerdings schon im Vorhof des Hotels. Oh, das hab ich falsch geschrieben. Ich saß nicht, weil hier ja nichts zu sitzen ist.
Aber hier war eine Schelle. Die bemühte ich einige Male, aber nichts passierte. Um das klarzustellen: der Checkin hier ist ab 13:00 Uhr, ich hatte mit dem Hotelier hin und her gemailt und gefragt, ob er mich vielleicht für den halben Preis auch schon um 6:00 Uhr einlässt. Das wollte er nicht. Er sagte wenn, dann müsste ich eine volle Nacht bezahlen. Daraufhin habe ich notgedrungen gesagt okay bevor ich hier um 6:00 Uhr morgens irgendwo rumsitze, mache ich halt das. Das Zimmer kostet 48€ pro Nacht, das ist ja nicht nichts. Aber irgendwie ist da irgendwas irgendworum schief gegangen. Ich komme hier nicht weg, weil die Haupttür nach draußen abgeschlossen ist und weil ich auch keine Lust habe mit ihm Rucksack irgendwie an den Strand zu gehen. Außerdem hab ich immer nochdie relativ warmen Sachen aus Ecuador an, was meine Laune auch nicht besser macht.
Um kurz nach acht kam dann ein Mann und fragte mich, was ich da tue. Ich hatte mich zwischenzeitlich auf eine Wiese gesetzt, wo ein paar Stühle standen und wo ein leichter Wind ging. Ich antwortete Ihm. Daraufhin rief er die Vermieterin an. Die kam dann auch ein paar Minuten später, denn sie war im Hotel, hatte aber wohl keine Lust, auf die Klingel zu reagieren. Ergebnis des kurzen Gespräches war, dass ich um eins eventuell um 1:30 Uhr in mein Zimmer komme. Vorher nicht. Dafür könnte ich aber mein Gepäck unterstellen und mich auch schnell umziehen. Was sollte ich tun?
An einem Geldautomaten habe ich anstandslos Geld gezogen und bin jetzt wieder manövrierefähiger.
Ich ging dann in Richtung Strand. Der Strand ist circa 400 m von hier entfernt und ist natürlich komplett zugebaut mit Hotels und Ressorts. Es ist ein sehr schöner weißer Sandstrand und das Wasser sieht auch ganz gut aus. Wie ich später sehe, sieht es auch nur deshalb gut aus, weil draußen im Wasser Barrieren schwimmen, die den Tang abhalten. Es ist genau das, was ich auch auf anderen Karibikinseln gesehen habe: ein massives Tang Problem. Da, wo die Barrieren nicht sind, sammelt sich der Tang am Strand zu großen braunen, nicht so gut riechenden Haufen. Man behilft sich hier, indem man in den Sandstrand ein paar Löcher buddelt und die Pflanzenreste darin vergräbt. In der Hitze ist es keine schöne Arbeit.
Denn heiß ist es hier, schon um 9:00 Uhr brennt die Sonne ganz schön Und das wird von Minute zu Minute mehr. Ich gehe ein bisschen am Strand spazieren und so wie es aussieht, funktionieren die liegen gegen Verzehr. Ich kaufe mir auch einen Kaffee und lege mich einen Augenblick in die Sonne. Im Wind geht es, aber sie brennt schon ganz schön und da ich mich heute Morgen nur sehr oberflächlich fertig gemacht habe, fehlt mir natürlich ein gewisser Sonnenschutz. Die Bar, wo ich bin, hat auch ein WLAN und so kann ich wenigstens kurz mit Daggi sprechen. Und nun warte ich wieder auf eins oder 1:30 Uhr bis ich endlich in meinen Apartment kann und vielleicht auch mal so Basis Dinge erledigen kann wie Zähneputzen oder so.
Dann kam irgendwann der Punkt, wo ich nach den vielen Stunden auch mal auf Toilette wollte. Die Strandbars hier haben keine Toilette, also bin ich wieder zurück in Richtung meines Hotels gegangen und da in eine Kneipe. Die haben sich (das konnte ich sehen) gefragt, was dieser Mann hier macht. Ich bin da rein, habe ein Wasser bestellt und während die Kellnerin das holte, bin ich kurz auf Toilette gegangen. Dann hab ich mich hingesetzt, ein Schluck Wasser getrunken und die Flasche angeguckt. Seltsames Verhalten. Aber was sollte ich machen? Mein Handy war einerseits fast leer. Andererseits hatte ich keine Simkarte, mit der ich ins Internet konnte. Also blieb das Handy in der Tasche und es ist schon so: ohne Handy kann es alleine in einer Kneipe sehr langweilig sein.Aber ich wollte auch nicht gehen, weil die eine wunderbare Klimaanlage hatten.
Dann so gegen 12:30 Uhr bin ich ins Hotel gegangen, in der Hoffnung, dass mein Zimmer vielleicht früher fertig ist. Ich hatte mich eine Weile hingesetzt, weil da wenigstens Schatten war, aber spannend war das auch nicht. Dann kam ich auf die Idee, mal in der oberen Etage zu gucken, ob ich sehen kann, welches Zimmer die Putzfrau gerade vielleicht für mich vorbereitet.
Da war aber keiner. Alle Zimmer waren zu, keine Putzfrau zu sehen. Hinten im Garten war noch so eine kleine Hütte, und ich dachte, dass da eventuell die Besitzerin zu finden sei. Also ging ich dahin und habe ein paarmal Hallo gerufen, da kam der Mann raus, der mich ja heute Morgen gefunden hatte,
und ich erklärte ihm, dass ich langsam mein Zimmer wollte und er telefonierte mit dem Besitzerin.
Offensichtlich ist er hier nicht nur Gast, sondern hat entweder eine Funktion oder er ist der Liebhaber, was mir aber egal war. Jetzt stellt sie sich heraus, dass Apartment sechs für mich vorgesehen war. Und es schien auch fertig zu sein. Jetzt wurde ich langsam sauer, warum haben die mir das nicht gesagt? Dann erkläre mir der Mann das Zahlenschloss, aber bevor er die Tür aufmachen wollte, wollte er das Geld haben. Auch ein seltsames Begehren.
Aber ich wollte nicht streiten, ich gab ihm das Geld, und dann kriegt er die Tür nicht auf. Dieses vermaledeite Zahlenschloss funktionierte nicht richtig. Aber dann holte er einen Schlüssel, und damit klappte es ganz gut. Das Zimmer ist geräumig und schön, hat eine Klimaanlage, einen Kühlschrank und eine Mikrowelle und das Badezimmer ist auch sehr schön. So, wie mir die Vermieterin gesagt hatte, sollte wohl der alte Bewohner um 11:00 Uhr auschecken und die Reinigung sollte bis 1:00 Uhr dauern.
2 Stunden.
Und wenn ich mit meinen schlechten Augen Zweifel habe, dass da mehr als 10 Minuten geputzt worden ist, ist es ein ganz schlechtes Zeichen. Auf dem Teppich habe ich auch eine kleine Münze gefunden, die silbern glänzend auf dem dunklen Flor sehr leicht zu sehen war. Und da ist eine sehr kleine Münze war hätte sie jeder Staubsauger auch mit Leichtigkeit in seinem Beutel verschwinden lassen. 2 Stunden putzen! Pah!
Das Zimmer ist okay, die Leute aber definitiv nicht. Ich hab mich dann eine halbe Stunde hingelegt und bin dann noch mal zum Strand raus gegangen und war auch mal im Wasser. Die Temperatur ist sehr angenehm, schön warm, aber immer noch ein kleines bisschen erfrischend.
Eine größere einheimische Familie feiert ein Stückchen entfernt von mir lautstark Geburtstag, so wie ich das aus dem Gesang mit kriege, ist da eines der Mädchen zehn Jahre alt geworden und sie feiern es sehr ausgelassen. Das wiederum fand ich ganz schön.
Weniger schön ist es, dass es momentan viele Überschwemmungen vor allem im Zentrum der Insel gibt. Das ist zum Glück weit von mir entfernt, es scheint aber ziemlich heftig zu sein.
Abends verwandelt sich der Ort. Wo vorher eher Urlaub und (Sonnen)baden auf dem Programm stand, wird es jetzt anders. In diesem karibischen Paradies gibt es Viagra und Cialis rezeptfrei. Wenn jemand nicht weiß, was man damit anstellen kann, gibt es auch viele Frauen hier, die das gerne gegen einen kleinen Unkostenbeitrag zeigen und vielleicht auch ein wenig zur Hand gehen. Aber auch die Touristinnen sollen nicht leer ausgehen. Hier ist ganz offensichtlich auch eine ganze Mannschaft bereit, Fragen zu beantworten.
Der Personennahverkehr wird hier mit Tuktuks abgewickelt. Die Fahrer sind in etwa so seriös wie die in Bangkok.
Es ist eine ziemliche Kirmes, aber das hatte ich ein bisschen auch erwartet. Aber es ist kein Ort, an dem ich längere Zeit zubringen will. Von daher ist es okay. Gegen Abend kommen natürlich die ganzen Schlepper raus, die einen entweder in irgendein Restaurant oder in irgendeine Bar oder in irgendeinen Bums bewegen wollen. Ich heiße hier übrigens Amigo!
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