Mittwoch, 26.3.2025 Letzter Tag in Paraguay
Schlecht geschlafen, oft wach gewesen. Das Apartment ist ein Traum und ich habe das ausgenutzt. Bin heute Morgen in der riesigen Dusche ein wenig spazieren gegangen. Genial!
Ich konnte dann nicht anders, als erst noch mal zu dem Mercado 4 zu gehen. Heute war ich etwas früher dran und man kam besser durch und konnte mehr sehen, als beim ersten Mal. Ein toller Markt!
Alien!
Dann habe ich mich auf eine kleine Odyssey begeben, weil mein Regen-Poncho nicht mehr dicht ist. Schließlich wurde ich in einem Supermarkt fündig wieder einmal mit sehr freundlicher Hilfe eines Wachmannes. Der verließ seinen Posten und brachte mich dahin, wo so einfache Ponchos hängen und mein Problem ist jetzt erst mal gelöst.
Das ist ein sehr einfacher Poncho, er wird nicht lange halten aber wenn er mich 5-6 mal vor dem Regen beschützt, ist alles gut.
Dann auf dem Rückweg hatte ich aber leider Pech. Die Bürgersteige hier sind generell nicht als solche zu bezeichnen, sondern die Platten haben sich gehoben und sind krumm und schief. Man muss da schon gut hingucken und das hab ich einen Moment nicht getan und bin mit dem Zeh übel umgeknickt. Zum Glück ist er nicht geschwollen, aber gut laufen kann man damit nicht. Das Abrollen ist kritisch.
Waffe immer dabei!
So bin ich dann erst mal zurück in mein Apartment gehumpelt und muss heute ein Schonprogramm machen. Morgen ist wieder Reisetag, auch wenn es nur mit dem Flugzeug ist, will ich trotzdem fit sein.
Mittags bin ich dann noch kurz in eine kleine Comida gegangen; hier konnte man sich an einem Buffett was zusammenstellen und meins sah nach Schweinebraten aus und war sehr lecker. Eine Kleinigkeit halt.
Es gibt hier eine hochgelobte Shopping Mall, die wollte ich mir mal ansehen. Außerdem sollte es da einen Decathlon Laden geben, das interessierte mich natürlich auch vielleicht wegen eines besseren Regen Ponchos.
Ich bin mit dem Bus hin gefahren, das ist zwar eine beschwerliche Art sich durch die Stadt zu bewegen, aber man ist natürlich mittendrin, und das ist mir wert. Die Temperaturen heute sind 34-35° und es ist sehr drückend. 40 Minuten mit dem Bus , da die Stadt doch ziemliche Ausmaß hat. Und vieles davon sieht wie Innenstadt aus! Die Shopping Mall ist gigantisch.
Oben die beiden Häuser stehen neben der Mall
Da haben Architekten wieder mal gezeigt was sie können und einen Riesen Kommerzkasten hin gebaut. Alles ist sehr noble und hier ist auch ein anderes Publikum, als man es im Bus trifft. Ich war dann auch von dem Decathlon Laden enttäuscht, er war zwar riesengroß, aber preislich offensichtlich auf eine bessere, zahlungskräftig Kundschaft ausgerichtet. Ich habe selbst ein paar von den Sachen und kenne die Preise aus Deutschland. Auch deshalb war der Regen Poncho keine Alternative.
Dann ging es zum Barrio Museum. Im spanischen bedeutet Barrio soviel wie Nachbarschaft oder Viertel.
Es ist ein kleines, aber feines Museum. Ich bin eigentlich ohne Erwartung hierhergekommen, aber das, was ich hier gesehen habe, hab ich wirklich nicht erwartet.
Es sind zum Teil Fotos in schwarz-weiß und in Farbe, die einfache Menschen zeigen, die hier leben. Teilweise in dramatischen Situationen, teilweise im Alltag.
Es sind aber eher künstlerische Fotos als dokumentarische.
Es gibt einen interessanten Teil in der Ausstellung mit alten Kleidungsstücken von Indigenen, zum Beispiel speziellen Roben, die zu hohen Festlichkeiten getragen wurden und es gibt viele sakrale Gegenstände, mit denen die Christen hier den Eingeborenen das fürchten gelehrt haben. Es ist eine sehr bunte Ausstellung. Viel mit Fotografien aber wie gesagt auch mit Gegenständen und da ist immer wieder was was unerwartetes dabei. Hat mir gut gefallen.!
Eigentlich wollte ich auch noch auf den Ostfriedhof gegangen sein, aber in der Hitze war mir das einfach zu viel. Der Friedhof soll sehr schrecklich sein, sehr verwildert, schmutzig und zudem auch noch nicht ungefährlich. Aber wenigstens mal kurz gucken hatte ich mir gedacht, wird schon gehen.
Es muss ein furchtbarer Friedhof sein. Gräber sind aufgebrochen, viel Schmutz und oft findet man Leichenteile, die offen rumliegen. Das scheint die hölle zu sein. Aber für mich heute too much!
Die Rückfahrt war schwierig. Ich stand bestimmt mit 50 Leuten an der Bushaltestelle, allerdings kommen hier auch fünf oder sechs verschiedene Busse an.
Und tatsächlich leerte sich die Haltestelle auch ein wenig.
Nur mein Bus kam nicht.
Ich konnte von hier aus mit drei Bussen fahren, dem 28iger, oder dem Dreißiger. Im Fahrplan taucht aber auch ein 30-1 und ein 30-2 auf. Die kamen aber die ließ ich durchfahren.
Dann fragte ich aber einen der Wartenden, und der sagte, nein, das wär egal 30 ist 30, auch wenn er noch was hinter steht. Mist! Der 28 igerer hingegen kam erst mal überhaupt nicht.
Und dann, nach circa einer halben Stunde bei 35° kam er. Hurra.
Nach vier Haltestellen hielt er an, und die Leute standen alle auf. Alles drängt sich irgendwie nach vorne, und ich hatte auch Glück, jemanden zu finden, der mir das erklären konnte: der Bus war kaputt.
Wir kriegen vorne unseren Fahrpreis wieder zurückgebucht, durften dann aber erneut warten. Shit.
Als ich da vorne war, sah ich, dass ich tatsächlich über das Drehkreuz klettern musste, um zu dem Automaten zu kommen. Tolle Herausforderung bei meiner Gelenkigkeit.
Aber ich habe es halbwegs elegant geschafft.
Zum Glück kam wenig später einer von den dreißiger Bussen, und der Name war Programm. Die Bus Nummer war 30. Die Temperatur war wahrscheinlich 39°. Der Verkehr in Asunción ist grauenvoll, speziell so um diese Zeit 18:00 Uhr.
Irgendwann stecken wir fest und nach Google hatten wir noch knappe 5 km vor uns. Und alles in der Innenstadt. Der Bus macht unten am Fluss eine riesige Runde und fährt dann quasi zurück, dahin, wo ich hin muss.
Ich habe hin und her überlegt und abgewogen: „Aua Fuß“, 35°, oder noch länger hier in den Bus sitzen und wahrscheinlich noch eine Dreiviertelstunde brauchen bis ich zu Hause bin oder aber zu Fuß gehen.
Also Linie elf.
Und das tat ich dann auch! So kam ich wenigstens voran und ich bin sicher, mit dem Bus hätte es deutlich länger gedauert. Jetzt bin ich natürlich ziemlich durch und der Fuß redet schon gar nicht mehr mit mir.
Der Schrittzähler meint übrigens, er sei über 16 km getragen worden zu sein. Das hatte ich anders geplant!
Abends musste ich mich dann unbedingt noch mit einem leckeren Essen belohnen. Ich weiß nicht, wann ich wieder zu so einem tollen Restaurant komme. Wegen meines Fußes wollte ich natürlich mit Uber fahren, habe die Fahrt aber dann stornieren müssen, weil der Fahrer nicht kam.
Man kann ja in der App gut sehen, wo er rumgurkt und es war klar, er kommt einfach nicht durch den Verkehr durch. Die ganze Stadt scheint ein kompletter Stau zu sein. Es ist furchtbar!
Aber ich hatte mich jetzt so drauf gefreut, dass ich gesagt habe: okay dann lauf ich halt die 2 km. Und es hat sich gelohnt! Als ich mit dem Essen fertig war, standen circa 20-25 Leute in der Schlange, die auch gerne essen wollten.
Für Plätze am Tresen! Draußen war überhaupt keine Chance!
Zustände wie in Japan!
Aber gerechtfertigt, die Atmosphäre ist nett es ist zwar sehr sehr laut, aber das Essen ist toll. Zwei kleine Steaks, zwei Kroketten und etwas sehr klein gehäckseltes, fast rohes Gemüse in einer sehr leichten Sauce. Grandios!
Ein schöner Abend.
Als ich rauskam, war draußen die Hölle los. Alles voll Polizei, alles vollgestellt mit Bussen. Auf dem großen Platz ein eine riesige Demonstration. Eine schrille, sich überschlagene Frauenstimme klagte wohl Gott und die Welt an. Viele Trillerpfeifen unterstützt das und zwischendurch gingen immer wieder Feuerwerkskörper hoch.
Heute waren es deutlich mehr Demonstranten als gestern und sie waren auch sehr viel lauter. Offensichtlich hat man aus der ganzen Gegend die Leute rangekarrt. Ich hab dann versucht, drei Ecken weiter zu gehen und dort einen Uber zu rufen.
Aber ich sah schon in der App die Meldung „es ist viel los!“ Und voraussichtliche Ankunftszeit: 15 Minuten. Alles, was bei Uber über 3 Minuten ist, heißt: nie.
Böse Falle!
Jetzt gab es zwei Möglichkeiten: ich könnte den Caipirinha Stand suchen und da etwas abwarten (so viel Bargeld hatte ich zufällig gerade noch bei mir) 👍🤡 oder ich musste laufen.
Da der Pop-Up-Stand nicht da war, habe ich mich für Option zwei entschieden: laufen.
Nicht schön!
Vor allem weil es von hier aus dann doch überwiegend bergauf geht. Aber irgendwann bin ich zu Hause angekommen und da waren es auch nur noch 32°. Aber lecker war’s trotzdem!
Aber das mit dem „Fuß schonen“ hat nicht so hingehauen!
Manchmal ist zu Fuß doch die bessere Wahl.
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