Samstag, der 15.3.2025 Asuncion
Und dann war es gestern wirklich so weit.
Boarding.
Es war eine kleine Bombardier, mit nur 2 Sitzen auf jeder Seite und vielleicht 15 Reihen. Die Gepäckfächer waren so winzig, dass sogar mein Mini-Rucksack, der sich sonst in den normalen Fliegern langweilt, gar nicht erst reinpasste. Aber vor mir war eine Reihe frei und so hatte der Rucksack quasi seinen eigenen Sitz. Sonst hätte ich ihn im Fußraum gehabt, aber wohin dann mit den Füßen?
Als das Flugzeug anrollte, ging mein Laune-Level noch ein Stück nach oben: es geht nach Paraguay! Let‘s go!
Aber der Tag war noch nicht zu Ende. Ich war schnell aus dem Flugzeug und auch schnell durch die Immigration durch. Ich habe auch zügig einen Geldautomaten gefunden und erst mal eine Million abgehoben. 🤪
An einer Info fragte ich nach einer Simkarte, aber so etwas gibt es hier im Flughafen nicht. Dann erkundigte ich mich nach einem WLAN, dass normalerweise an jedem Flughafen verfügbar ist, aber hier offensichtlich nicht. Der Typ hinter der Info, war aber total freundlich und gab mir das Passwort des WLAN eines Cafe‘s hier oben. Nun rief ich Uber auf und suchte einen Fahrer.
Der meldet sie sich auch schnell und wollte in 8 Minuten da sein. Abholpunkt war eine Etage tiefer, also ging ich runter und dort zum Ausgang. Aber ich merkte schon, da hatte ich kein WLAN mehr! Aber noch war ja Zeit also bin ich zurück ins Gebäude, wieder eine Etage nach oben, wo ich wieder im WLAN drin war und wartete dort. Noch 3 Minuten, noch 2 Minuten, noch 1 Minute.
Nun rannte ich schnell runter und stellte mich an den Ausgang. Aber niemand kam. Ich ging wieder rein eine Etage höher, da sah ich eine Mitteilung vom Fahrer: wo bist du? Jetzt hatte ich leider den Namen des Cafe‘s vergessen, das eine Etage tiefer der Treffpunkt sein sollte. Also kurz runter Namen lesen, kurz wieder Hoch, Namen eintippen. Er fragte drinnen oder draußen. Ich antwortete ich komm jetzt raus.
Also runtergerannt und gewartet. Niemand kam, also wieder nach oben, da sah ich dann aber auf dem Display schon: der Fahrer hat die Fahrt storniert.
Also von vorne. Ich ging zu den freundlichen Mann an der Info und klagte meiner Not, aber er wusste auch keinen Rat.
Na gut, sagte ich dann fahr ich eben mit dem Taxi. Das Taxi war doppelt so teuer wie der Uber, aber einen Tod muss man sterben. Es war mittlerweile schon 12:15 Uhr. Zum Glück haben die Taxis hier feste Quoten für Fahrten in die Innenstadt und man zeigte mir die Tafel; der Spaß sollte 120.000 kosten.
Ich willigte ein, weil ich endlich ankommen wollte. Die Fahrt war elend lang, aber irgendwann kamen wir in einer kleinen Straße an, und ich erkannte das Haus, weil mir der Betreiber Fotos geschickt hatte. Ich wollte die 120.000 bezahlen, hatte aber nur 2 Hunderttausender und der Fahrer konnte nicht wechseln. Großzügig verzichtete er auf die 20.000.
Es gibt einen kleinen Schlüssel Safe, den der Betreiber 20 cm über dem Erdboden angebracht hat. Warum? Vielleicht ist er selber ein Zwerg. Also habe ich den Rucksack abgenommen, setzte mich auf die Schwelle, nahm mein Handy als Taschenlampe und versuchte, die kleinen Ziffern auf den kleinen Rädern zu erkennen, mit denen ich den vierstelligen Code einstellen musste.
Ich mühe mich redlich ab, die Zahlen zu erkennen, aber der Blickwinkel war wirklich nicht optimal, und plötzlich stand der Fahrer mit einer Taschenlampe neben mir. Ich muss sagen: die Leute hier scheinen sehr freundlich zu sein. Aber in dem Augenblick, als er da war, bekam ich den Safe auch auf und hielt den Schlüssel in der Hand.
Ich ging in mein Zimmer und warf erst mal die Klamotten hin. Es ist ein ganz hübsches, nett eingerichtetes kleines Apartment im Hinterhof. Das ist auch gut so, weil circa 50 m neben dem Hauseingang eine Kneipe ist, die überlaut Musik macht.
Da scheint echt die Hölle los zu sein . Da ich sowieso nicht schlafen konnte, habe ich gedacht: wenigstens mal gucken was das ist. Also schlenderte ich unauffällig vorbei und sah auf den ersten Blick, dass das Altersniveau sicherlich nicht in meinem Alter entsprach. Der Laden war rappelvoll, wie ich durch die Fenster sehen konnte, und als ich am Eingang vorbei kam, traf mich der Blick des Türsteher.
Ich habe noch nie eine so gruselige Figur gesehen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass da irgendjemand Widerworte gibt oder auch nur einen Spruch ablässt. Sehr korpulent, sehr tätowiert, sehr Stier nackig Und sehr sehr böse. Anders gesagt: Er war DAS BÖSE! Also ging ich unauffällig weiter und freute mich meines Lebens.
Nach der Morgenroutine mache ich mich auf zum Mercado vier. Laut Reiseführer sollte das ein interessanter Markt sein. Draußen war es irgendwas zwischen kühl und angenehm warm, also eher so frisch und es nieselt leicht.
Aber wirklich nur ganz leicht so dass man gut gehen konnte. Man hätte besser gehen können, wenn es nicht dauernd bergauf gehen würde, aber wir sind ja schließlich nicht in Holland. Das merkt man auch daran, dass es ziemlich schmutzig ist. Es liegt viel Unrat auf den Straßen, aber es ist noch wenig Verkehr, und die Geschäfte, an denen ich vorbeikomme, sind auch noch alle geschlossen. Anderthalb Kilometer sind es bis zum Markt, also eine angenehme Strecke. Die Straßen hier im Viertel sind alle recht klein und die Häuser sind auch nur ein bis zweigeschossig.
Nach einiger Zeit erreiche ich die ersten Auswüchse des Mercado 4. Es ist ein Straßenmarkt, wie ich ihn liebe. Der Bürgersteig ist teilweise mit Wellblechdach überdacht und darunter befinden sich kleine Shops oder Straßenverkäufe. Man kann hier Zaumzeug kaufen oder Sättel. Es gibt Lebensmittel, Textilien, Souvenirs, hier gibt es wahrscheinlich alles.
Aber das war nur der Vorgeschmack. Dann sah ich den eigentlichen Markt. Durch mehrere Tore ging es hinein und drinnen war die Hölle los. Es war circa 9:30 Uhr, und der Markt sollte allerdings auch um 11:00 Uhr schließen. Offensichtlich nutzen die Leute hier die kühlen Morgenstunden.
Es gibt auch einen Frischemarkt. Hier gibt es Gemüse, Fisch, Fleisch, alles, was der Magen begehrt. Auch hier ist es sehr eng und es ist ein Problem, Fotos zu machen, weil man den Leuten im Prinzip immer direkt ins Gesicht fotografiert.
So voll ist es.
An einem Fischstand, bedeute ich einer Verkäuferin, die mir was verkaufen wollte, dass ich nur schauen will und sie fragt, woher ich komme. Und dann ob ich hier lebe oder ob ich auf Besuch sei. Ich sagte, ich bin auf Besuch und sie, sagte „Bueno“ und hieß mich herzlich willkommen. Das sind einfache, kleine Begegnungen, aber sie machen den Tag schön!
Es dauerte nicht lange, bis ich mich verlaufen hatte. Aber das war egal, weil es hier einfach überall schön war. Alles sehr bunt, sehr wuselig, sehr lebendig. So sieht also Leben in Paraguay aus. Ich werde oft angesprochen, die Leute reden mich mit Senior an oder auch mit Patron. Jetzt muss ich nur noch hier herausfinden.
Es gibt auch kleine Garküchen hier oder auch Mini Restaurants mit ein paar Stühlen und das sieht auch wirklich sehr lecker aus, aber einerseits ist es noch früh (10:00 Uhr). Andererseits kann man hier mit Sicherheit nicht mit Karte bezahlen, um mit meinen 100tausender Banknoten bin ich hier auch nicht so willkommen.
Mittlerweile hat sich das Wetter geändert. Während ich heute früh noch dachte, die Luft ist schön kühl und frisch und mich über den Nieselregen etwas geärgert habe, bekomme ich hier viel Abgase und die Sonne zeigt, was sie kann. Und sie kann einiges.
Unter anderem faszinieren mich hier auch die Busse, die rumfahren.Es sind ziemlich alte, abgelutschte Busse, die ich auch aus Südasien kenne. Warum die noch fahren, weiß keiner, aber sie tun es. Ich fürchte, meine morgentliche Tour wird auch in einem solchen Bus stattfinden.
An der chaotisch Straße vor dem Markt standen drei Trommler. Die drei haben mit einer unglaublichen Freude auf Ihren Instrumenten rumgeprügelt und vielleicht ist das Südamerika: der Rhythmus war unglaublich schön. Es fehlten keine anderen Instrumente und man hätte so dazu tanzen können.
Irgendwie ist es mir dann doch gelungen, den Markt zu verlassen. Aber nicht, ohne mir noch für 9000 einen kleinen Fleischspieß zu gönnen. Er schmeckte göttlich! Auf den Punkt gegrillt und super gewürzt. Das Fleisch (Schwein) sehr zart. So lass ich es mir gefallen !
Wieder zurück in meiner Unterkunft mache ich eine kurze Pause. Meine Rucksack macht mir etwas Sorgen. Er scheint so langsam auseinanderzufallen, aber er ist, wie ich, auch nicht neu.
Ich habe ihn vor sieben Jahren mal gebraucht gekauft, weil das der einzige Markenrucksack war, den ich seinerzeit kriegen konnte, der schön leicht war. Ich hatte vorher einen teuren McGregor, der brachte aber fast zwei Kilo auf die Waage, während mein alter Deuter nur 800 g wiegt. Vorteil Deuter. Als er damals noch neu war war ja wunderschön und wartete in irgendeinem Rucksack lange auf einen Käufer oder auf eine Käuferin. Quasi auf eine Kaufende. 😇
Das muss aber schon lange her sein, weil ich mich nicht erinnern kann, wann diese Farben mal modern gewesen sind. Aber, wie gesagt es kam mir auf die inneren Werte (also auf das Gewicht) an, schön bin ich selber.
Ich habe ihn auch schon zweimal nähen lassen, aber so ganz langsam gibt das Material nach und ich fürchte, dass diese seine letzte Reise sein los. Ich denke, dass er gute 15 Jahre alt ist und die Zeit mit mir war keine einfache.
In der Innenstadt traf ich dann auf das von sehr schmucken, bewaffneten Soldaten bewachte Pantheon der Helden. Ein sehr prächtiger Bau mit schönem Lichteinfall und einer offenen Krypta mit den Gräbern der Top-Helden. Es sind die gesammelten Helden in der paraguayanischen Geschichte versammelt!
Auf dem Weg dahin kam ich an einigen Ständen vorbei, wo Leute Schmuck und ähnliche Dinge verkauften. Einige davon waren entweder Indigene oder genauso verkleidet.
Mehr zufällig bin ich in das Museum für Ökonomie reingestolpert. Obwohl ich Wirtschaftswissenschaften studiert habe, verstehe ich hier sehr wenig. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass das an der ausschließlich spanischen Dokumentation lag und nicht so sehr an meinem Ökonomie-Verständnis. Sehr kreativ fand ich eine Zeitscheibe, die den Beginn der Wirtschaft im 16. Jahrhundert beschreibt. Man dreht die Scheibe von einem Jahr zum nächsten und in einigen Fenstern erscheinen Informationen zu diesem Zeitabschnitt. Sehr nett gemacht.
Den Bildern entnehme ich, dass am Beginn hier sehr klassisch Sammler und Jäger und später dann auch Bauern gelebt haben. Früchte wurden angebaut und Gemüse und es wurde auch gejagt. Mit dem Eintreffen der Spanier konzentrierte sich an die Landschaft Wirtschaft mehr auf Zuckerrohr und Wein. Später kam dann auch noch Tabak dazu..
Hochinteressant fand ich auch eine Darstellung des Itaipu-Staudamms, den ich später auch hoffentlich noch sehen werde.
Die Stauhöhe des Dammes ist höher als die Pyramide in Gizeh und auch höher als die Sagrada Familia in Barcelona.
Die Wassermenge, die durch das Kraftwerk strömt, ist mit 62.000 m³/s ungefähr das 22 fache, was über die Niagara Fälle herunter kommt.
In dem Staudamm ist 380 mal so viel Metall verbaut worden wie im Eiffelturm und die Erdbewegung, die zum Bau nötig war, entspricht dem 23 fachen Volumen der CheopsPyramide. Genug Fakten, um mich zu beeindrucken und ich freue mich jetzt noch umso mehr darauf, ihn eventuell in einer Woche zu sehen.
An einer anderen Station wurden über eine VR Brille Beispiele aus der Wirtschaft gezeigt. Es waren kleine Videos aus der Montage von Motorrädern, der Lebensmittelproduktion und der Pharmaherstellung. Die Position war so, dass man immer mitten in diesen Produktionen drin stand und zusehen konnte (man konnte sich natürlich auch drehen, wie das in VR üblich ist) und nahm quasi an dem Produktionsprozess teil. Sehr nett gemacht.
Ich stolpere so weiter und komme am Museum des Hauses der Unabhängigkeit vorbei. Es ist eine kleine Ansammlung von flachen Gebäuden, denen man aber das Alter ansieht. Alles ist sehr liebevoll aufbereitet und eingerichtet. Man sieht das Esszimmer, das Wohnzimmer (ohne Fernseher) das Schlafzimmer, und dann, sehr verstörend, eine Kapelle, wo unter anderem eine Trage, mit dem offensichtlich gerade vom Kreuz genommen Jesus ist. Es ist natürlich eine Puppe, die mit ihren ganzen Wunden offensichtlich auch mal gerne durch die Stadt getragen wurde. Bewacht wird das Ganze übrigens nicht. Es gibt zwar einen Tisch, auf dem ein Besuchsbuch liegt und ein Schlagstock, aber niemand ist zu sehen..
Mein für heute letzter Weg führte mich runter zum Fluss. Also nicht wirklich zum Fluss sondern zu der Bahia de Asuncion. Das ist ein kleiner Neben-See des Rio Paraguay der hier in einem Bogen um Asuncion herumfließt.
Der Paraguay ein Binnenland ist, ist das eine der wenigen Möglichkeiten der Menschen hier, an das Wasser zu kommen. Jetzt brannten meine Füße ziemlich und ich mache mich langsam wieder auf dem Weg nach Hause.
Dabei wurde mir deutlich, dass es hier eine Straßendekoration gibt. Es sind weiße Striche, die auf die Straße gemalt sind und die man bei uns für Zebrastreifen halten würde. Das sollte man hier nicht tun.
Ich habe den Eindruck, wenn man darüber geht, in dem Glauben, Vorrang zu haben, schließen die Autofahrer Wetten ab, ob sie einen auf dem schwarzen oder auf dem weißen Streifen erwischen.
Das zu erwartende Resultat ist ungefähr vergleichbar mit dem, als ob man zu dem Türsteher von gestern „du Lusche“ sagt. Nicht schön! Anfangs bin ich auch noch selbst bewusst über diese Dekoration gegangen, aber ich habe schnell gelernt, dass die Lebensqualität besser ist, wenn man die hektischen Autofahrer aus Paraguay vorbei lässt.
Hier erlebt man was!
Mi Hilfe von meinem Vermieter habe ich herausgefunden, dass ich eine Chipkarte brauche, um hier mit dem Bus zu fahren. Und die bekomme ich in einem Supermarkt. Das kann einfach sein oder auch kompliziert, aber ich sollte es herausfinden.
Also stiefelte ich zu dem Supermarkt und leg sie mir vorher einen Satz zurecht, den ich sagen wollte.
„Yo nessesito un JAHA billette electronico te visitar Aregua y returno!“ (Ich brauche eine JAHA Karte und will damit nach Aregua und zurück fahren)
Das hatte ich mir auf Spanisch zusammen gefummelt (besser kann man es nicht ausdrücken und jeder Spanier wird sich entleiben, wenn er das hört) und bin rein in den Laden.
An der Kasse war ein junger Mann. Ich begann die Diskussion mit: „ich spreche kein Spanisch!“
Da grinste er und meinte kein Problem, er würde englisch sprechen. Na, das war ja einfach! Ich erkläre ihm mein Problem, und er meinte, dass er zwar keine JAHA Karte hätte, aber eine vergleichbare, die genauso funktioniere. (An dem Punkt wäre ich auf Spanisch schon komplett verzweifelt). Ich sagte okay, aber ich muss auch Guthaben darauf packen, damit ich hin und zurückkomme. Er erklärte mir, dass wir das in zwei Schritten machen müssen, erst die Karte kaufen, dann aufladen.
Auch das wäre auf Spanisch ein bisschen kompliziert gewesen. Die dritte kleine Falle kam dann, als er meinte, dass ich die Karte zwar mit Karte bezahlen kann, die Aufladung müsse aber bar erfolgen.
Wenn ich mir diese ganze Diskussion auf Spanisch vorstelle, richten sich bei mir auf dem Arm die Haare auf.
Mein Spanisch ist erst eher auf ja/nein Diskussionen ausgelegt. Er wollte anschließend nur wissen, wie mein Name sei, gab mir dann die Hand und wünschte mir eine gute Reise.
Ich würde mir wirklich wünschen, dass wir in Deutschland auch so hilfsbereit und freundlich zu fremden sind wie ich es gestern und heute hier in Paraguay erlebt habe. Natürlich ist hier alles ein bisschen schwieriger für mich als zu Hause, aber mit ein wenig Hilfe ist das alles ein Klacks!
Für den Abend habe ich mir aus den Reiseführer zwei Restaurants rausgesucht. Einmal das El Bodegon und dann noch das wohl legendäre Bolsi.
Ich hatte mir einen Uber kommen lassen, weil meine Füße nicht mehr so scharf auf einen längeren Marsch waren (15 km heute). Er brachte mich auch zuverlässig dort hin und ich ging, da die letzten Meter gesperrt waren, in die Richtung von El Bodegon.
Und dann bin ich in einen Caipirinha gefallen.
Da stand so ein kleiner Pop-up Shop mit bestimmt 40 verschiedenen Schnapsflaschen und war offensichtlich Willens, zu mixen. Ich schaute neugierig hin und wollte weitergehen, als eine Frau mich ansprach, und sagte, dass es sehr lecker sei.
Ich stutzte, und sie fuhr fort, das sei der beste Platz, um einen Cocktail zu nehmen. Und irgendwie musste ich ihr Recht geben und sagte okay.
Ich gesellte mich dazu und dann standen wir mit zwei jüngeren Männern und zwei Frauen und ich. Die erste, die mich angesprochen hatte, entpuppte sich als Adele. Der eine Typ und die beiden Frauen stammt aus Panama, lebten aber mittlerweile alle in den USA. Der vierte Mann im Bunde war hier aus Paraguay.
Die Truppe war, wie ich, gestern angekommen und wir unterhielten uns bei einem gigantisch großen Caipirinha (das war kein Becher, das war eher ein Eimer, mit dem man mühelos einen Kleinwagen waschen könnte. Kosten: 2,30€. Qualität: Überirdisch!) eine Weile.
Das war eine sehr nette Begegnung und geschmeckt hat es auch. Das Restaurant El Bodegon, an dem ich heute Mittag vorbeigekommen war, war mittags brechend voll gewesen und jetzt totenleer. Nichts für mich!
Also gehe ich zu dem 300 m entfernten Bolsi. Die hatten draußen viele Tische stehen, aber leider auch eine riesige Fernsehleinwand, auf der Fußball gezeigt wurde. Ich hätte mich gerne nach draußen gesetzt, aber da war nicht ein Tisch mehr frei. Innen war wie in manchen Sushirestaurants eine große, kreisrunde Theke, an der viele Menschen saßen. Da war aber noch eine Lücke frei, und ich nahm Platz.Das Bolsi ist ein sehr hoch gelobtes Restaurant in der mittleren Preisklasse mit einer sehr breit gefächerten Karte.
Keine Ahnung, wie mein Gericht hieß, aber es war bestimmt das Zweitbeste, was ich auf dieser Reise zu essen bekommen habe oder noch bekomme. Das Zweitbeste deshalb, weil ich noch mal nach Asuncion komme und mit Sicherheit hier wieder herkomme. Sehr zartes Filet, eine sehr leichte Sauce mit Gemüse und mit Gorgonzola (nur ganz wenig) gefüllte Kartoffelkroketten. WOW! Aber Qualität hat ihren Preis. Inclusive der Bierbegleitung und einem kleinen Tipp ist meine Kasse jetzt um ca. 15€ kleiner….
Da mich die Leute von Bolsi in ihr Wlan gelassen haben, war die Rückfahrt per Uber kein Problem. Toller Tag!
Der Name „Asuncion“ bedeutet „Himmelfahrt“ und der volle Name der Stadt ist „La Muy Noble y Leal Ciudad de Nuestra Señora Santa Maria de la Asunción“.
Hier leben über eine halbe Million Menschen. Die Stadt ist von vielen kleinen Flüssen und Bächen durchzogen, die teilweise durch ein Rohrsystem fließen. An manchen Stellen steht auch das Wasser und hierher rührt auch ein großes Problem der Stadt: Hier wohnt die Stechmücke, die für die Übertragung des Dengue-Fiebers verantwortlich ist. Das tritt überwiegend im Sommer auf, wenn hier Temperaturen um die 40 Grad (gefühlt 50 Grad) herrschen. Es gibt hier mehrere Universitäten und mehrere Gefängnisse.
Ein Tag voller Energie
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